Der Weltvogelpark in Walsrode, ein bedeutendes Zentrum für Vogelliebhaber, sieht sich derzeit mit einer ernsten Bedrohung konfrontiert: Die Vogelgrippe hat in einer seiner Volieren zugeschlagen. In einer speziellen Meeresvögel-Voliere verendeten fünf Enten und Gänse, was erste Hinweise auf das Virus gab. Insgesamt leben mehr als 50 Vögel in dieser betroffenen Voliere, und alle wurden positiv auf die Vogelgrippe getestet. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, müssen die betroffenen Vögel getötet werden, und das Gehege wird geräumt, gesäubert und desinfiziert. Dabei wird eine Abtragung von rund zehn Zentimetern Boden notwendig sein. Nach der Reinigung muss das Gehege für 21 Tage leer stehen, um das Risiko einer Virusübertragung zu minimieren. Die Übertragung des Virus wird wahrscheinlich durch Wildvögel, möglicherweise über ihren Kot, verursacht. Trotz dieser besorgniserregenden Situation gibt es Hoffnung: Tests zeigen, dass die meisten Vögel im Park gesund sind und in geschützten Außenlagen untergebracht werden. Seit Montag wurden keine weiteren Fälle festgestellt, und die empfohlene Maßnahmen zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung werden strikt eingehalten. Mehr Informationen zu dieser Situation finden Sie hier.
Die Vogelgrippe ist ein wiederkehrendes Problem, das seit fast zwei Jahrzehnten weltweit zu immer wiederkehrenden Ausbrüchen führt. Betroffen sind nicht nur Wildvögel, sondern auch Hausgeflügel und kommerzielle Betriebe. In Asien haben aggressive Varianten des Virus sogar Menschen infiziert, was die Gefahrenlage zusätzlich verschärft. In Mitteleuropa tritt das hochansteckende Vogelgrippevirus (HPAI) meist in den Wintermonaten auf, doch in der Saison 2022/23 kam es auch im Sommer zu schweren Ausbrüchen, die die schwerwiegendsten bisher waren. Besonders betroffen waren dabei Seevogelkolonien, die stark dezimiert wurden. Historisch betrachtet gab es in den letzten Jahren verschiedene Ausbrüche, darunter Typen wie H5N1, H5N5 und H5N8. Weitere Details zur Vogelgrippe können Sie hier nachlesen.
Schutzmaßnahmen in bayerischen Zoos
Die steigenden Fälle von Vogelgrippe in Deutschland sorgen für Unsicherheit bei Geflügelhaltern, Zoos und Wildgehegen. Im Freistaat Bayern gibt es bislang keine erkrankten Zootiere, doch die Tierparks haben bereits präventive Maßnahmen ergriffen. Im Tierpark München (Hellabrunn) wurde die Großvoliere geschlossen, und man plant möglicherweise eine Stallpflicht für die Vögel im Park. Sollte ein Vogelgrippefall bestätigt werden, könnte der gesamte Tierpark geschlossen werden. Ähnlich verhält es sich im Zoo Augsburg, wo die Tiere „aufgestallt“ werden, um sie zu schützen. Hier wurde ein Quarantäne-Bereich eingerichtet, um den Kontakt mit Wildvögeln zu vermeiden, während das Tropenhaus mit über 40 Vogelarten für Besucher zugänglich bleibt.
Im Tiergarten Nürnberg gibt es aktuell keinen Krankheitsfall, jedoch werden präventive Maßnahmen umgesetzt, indem alle Vögel aufgestallt oder die Volieren abgedeckt werden. Anfällige Arten wie Kraniche werden getrennt gehalten, und es gelten strengere Hygieneregeln für das Personal. Auch der Tiergarten Straubing hat Vorbereitungen getroffen und sein Schutzkonzept aktualisiert, um auf mögliche Tierseuchenausbrüche reagieren zu können. Die enge Abstimmung mit dem Veterinäramt und anderen bayerischen Zoos ist dabei von entscheidender Bedeutung. Weitere Informationen zu den Maßnahmen in bayerischen Zoos finden Sie hier.
Der Weltvogelpark bleibt an diesem und dem folgenden Wochenende geschlossen, doch es gibt die Hoffnung auf einen regulären Saisonstart am 14. März. Die Situation bleibt angespannt, und der wirtschaftliche Schaden für den Park ist derzeit unklar. Die Entwicklungen rund um die Vogelgrippe werden aufmerksam verfolgt, um die Gesundheit der Vögel und die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten.