Mit einem bunten Programm voller Grotesken und scharfer Satiren lädt das Göttinger Theaterduo „stille hunde“ am Samstag, dem 15. November, zu einer interessanten szenischen Lesung ins geschichtsträchtige Holzminden ein. Um 19.30 Uhr beginnt die Veranstaltung, die sich ganz der faszinierenden Welt des Schriftstellers Hermann Harry Schmitz widmet. Einlass ist bereits ab 19 Uhr in der Stadtbücherei, Obere Straße 30. Die Lesung verspricht einen humorvollen Blick auf die Absurditäten des Alltags und gesellschaftliche Themen, die auch heute noch relevant sind.
Hermann Harry Schmitz, geboren am 12. Juli 1880 in Düsseldorf, wuchs als Sohn eines Fabrikdirektors auf. Schon früh zeigte sich seine Leidenschaft für die Literatur, auch wenn sein Weg nicht geradlinig war. Nach einem Schulbesuch am städtischen Realgymnasium erkrankte er im Alter von 16 Jahren an Tuberkulose, was ihn zur Flucht auf die sonnigen Inseln Korsikas zwang. Diese Erfahrungen flossen in seine späteren Werke ein, die geprägt sind von scharfsinnigem Humor und einer kritischen Sicht auf das Kleinbürgertum im Industriezeitalter. Schmitz‘ Debüt feierte er 1906 mit der Satire „Die Bahnhofsmission“ in der renommierten Zeitschrift Simplicissimus. Seine Werke, die oft groteske Wendungen nahmen, fanden bald ihren Weg in verschiedene Publikationen, darunter der Düsseldorfer General-Anzeiger.
Ein Abend voller Satire und Gesellschaftskritik
Das Programm der Lesung trägt den Titel „Die wundersame Welt des Hermann Harry Schmitz – Satiren und Grotesken des bürgerlichen Heldenlebens“. Die Themen dieser Veranstaltung sind ebenso vielfältig wie die Person Schmitz selbst: Absurde Alltagsbegebenheiten, scharfe Gesellschaftskritik und nicht zuletzt sein unverkennbarer schwarzer Humor. Die Lesung richtet sich an Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren und wird etwa zwei Stunden dauern, inklusive einer kurzen Pause.
Die „stille hunde“, bestehend aus Christoph Huber und Stefan Dehler, haben sich das Ziel gesetzt, Schmitz’ Erbe lebendig zu halten. Mit etwa 60 Ausstellungen und rund 100 literarischen Veranstaltungen seit 1989 leidenschaftlich zur Förderung seines Werkes beigetragen, haben sie sich als Botschafter seiner grotesken Erzählungen etabliert. Schmitz, der 1913 tragisch in Bad Münster am Stein verstarb, bleibt mit seinen zeitkritischen Denkansätzen und fantastischen Erzählungen weiterhin ein wichtiger Teil der deutschen Literaturgeschichte, wie die Hermann-Harry-Schmitz-Societät unterstreicht, die 1990 gegründet wurde, um sein Andenken zu pflegen.
Besucher, die an diesem kulturellen Highlight interessiert sind, können sich telefonisch unter 05531/93640 oder per E-Mail an die Stadtbücherei wenden. Auch online sind weitere Informationen verfügbar unter buecherei.holzminden.de. Wer da viel Anregung für die kommenden Tage sucht, sollte sich dieses Event nicht entgehen lassen!






