Am 19. Februar 2026 fand eine wichtige Delegationsreise nach Brüssel statt, bei der zentrale Themen wie der Hochwasserschutz und die Anpassung der Deiche an den Klimawandel im Fokus standen. Die Erhöhung der Deiche ist notwendig, um den steigenden Wasserständen zu begegnen, erfordert jedoch mehr Fläche, insbesondere in empfindlichen Gebieten wie den FFH-Gebieten. Dies könnte zu Konflikten mit angrenzenden Naturschutzgebieten führen. Landrätin Dagmar Schulz unterstrich die Notwendigkeit von Kompromissen zwischen Deichverbänden, der Biosphärenreservatverwaltung und der Kommunalpolitik, um diese Herausforderungen zu meistern. Zudem wurden während der Gespräche mit Europaabgeordneten und Mitarbeitern der EU-Kommission die Schwellenwerte für Planungsleistungen diskutiert, da die derzeitigen Regelungen zu EU-weiten Ausschreibungen selbst für kleinere Maßnahmen führen und damit Zeitverluste verursachen.
Ein weiterer wichtiger Punkt der Diskussion war die geplante Absenkung der europäischen Förderquote für LEADER-Projekte von 80% auf 40%. Dies würde einen höheren Eigenanteil für die Kommunen erfordern und stellt somit eine Herausforderung dar. Jens Hesebeck von der Samtgemeinde Elbtalaue äußerte Bedenken, dass LEADER-Projekte als freiwillige Ausgaben betrachtet werden könnten. Dennoch betonte Landrätin Dagmar Schulz die große Bedeutung dieser Programme für die Menschen vor Ort. LEADER gilt als ein erfolgreiches europäisches Förderinstrument für die ländliche Entwicklung und die Bewältigung aktueller Herausforderungen.
Wasserhaushalt und Klimaanpassung
Um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen, ist ein funktionsfähiger Landschaftswasserhaushalt von entscheidender Bedeutung. Eine Vision für eine nachhaltige Zukunft ist die Schaffung von sogenannten Schwammlandschaften. Diese zeichnen sich durch Vielfalt und Strukturreichtum aus und sind in der Lage, Wasser aufzunehmen, zu speichern und langsam abzugeben. Ein stabiler Landschaftswasserhaushalt ist Voraussetzung für Klimaanpassung, nachhaltige Landwirtschaft, Hochwasserschutz und eine lebenswerte Umwelt. Zu den notwendigen Maßnahmen gehören das Schaffen von Raum für Flüsse sowie eine angepasste Flächenbewirtschaftung, die mehr Wasser in der Fläche hält und Synergien zwischen Hochwasser-, Natur- und Klimaschutz nutzt.
Ein konkretes Beispiel für eine nachhaltige Bewirtschaftung ist die konservierende Bodenbearbeitung. Diese Methode schont die Bodenstruktur, vermindert Erosion und verbessert die Wasseraufnahme und -speicherung. Zudem trägt sie zur Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit bei und fördert die biologische Aktivität im Boden, was langfristig die Stabilität des Ökosystems sichert und den Bedarf an Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln reduziert. Es ist ein Aufruf zur nachhaltigen Gestaltung der Zukunft des Wassers notwendig, um die Herausforderungen des Klimawandels zu bewältigen und die Lebensqualität vor Ort zu sichern.
Förderinstrumente für ländliche Entwicklung
Ein zentrales Element zur Unterstützung dieser Maßnahmen ist die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK). Sie stellt das wichtigste nationale Förderinstrument in Deutschland dar und zielt darauf ab, die Land- und Forstwirtschaft zu unterstützen, die Entwicklung ländlicher Räume voranzutreiben und den Küsten- sowie Hochwasserschutz zu verbessern. Für das Jahr 2025 standen rund 1,01 Milliarden Euro Bundesmittel zur Verfügung, die zusammen mit der Kofinanzierung der Länder eine Gesamtförderung von etwa 1,64 Milliarden Euro ermöglichen.
Die GAK hat eine Schnittmenge mit den Interventionen im Rahmen des GAP-SP und ELER und ist somit ein wesentliches Element der nationalen Strategie für die Entwicklung ländlicher Räume. Zu den Zielen der GAK gehört es, die Leistungsfähigkeit der Land- und Forstwirtschaft zu sichern, die Wettbewerbsfähigkeit im gemeinsamen Markt der EU zu gewährleisten und den Hochwasserschutz im Binnenland zu verbessern. Einzelheiten zu Grundsätzen, Zielen und Verfahren sind im GAK-Gesetz geregelt, welches die Grundlage für die Planung und Umsetzung der Fördermaßnahmen bildet.
Insgesamt zeigt sich, dass die Herausforderungen des Klimawandels und die Anpassungsstrategien zum Hochwasserschutz eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren erfordern. Die Diskussionen in Brüssel und die geplanten Maßnahmen sind ein Schritt in die richtige Richtung, um auch in Zukunft eine lebenswerte Umwelt und eine nachhaltige Entwicklung in der Region Lüchow-Dannenberg zu gewährleisten.
Für weitere Informationen zu den Themen Hochwasserschutz und ländliche Entwicklung können Sie die ausführlichen Berichte auf den Webseiten des Landkreises Lüchow-Dannenberg, des Umweltbundesamts und des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung einsehen.





