Die Luftqualität in unseren Städten ist ein Thema, das uns alle betrifft. Am 27. Oktober 2025 wurde in Lüneburg eine aktuelle Messung zur Luftqualität durchgeführt. Laut Landeszeitung befand sich die Messstation an der Zeppelinstraße. Hier wurden die Werte für Feinstaub, Stickstoffdioxid und Ozon überprüft, um den Bürger:innen ein klares Bild der Luftqualität zu geben.
Der Grenzwert für die Feinstaub-Partikel (PM10) liegt bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, wobei dieser nicht mehr als 35 Mal im Jahr überschritten werden darf. Diese Messungen sind entscheidend, denn es ist bekannt, dass Luftverschmutzung schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben kann. So gab es laut EEA im Jahr 2022 mindestens 239.000 Todesfälle in der EU, die auf Feinstaub zurückzuführen sind.
Grenzwerte und deren Bedeutung
Wie sieht es aber konkret mit den Grenzwerten für die Luftschadstoffe aus? Hier ein Überblick:
- Sehr schlecht:
- Stickstoffdioxid: > 200 μg/m³
- Feinstaub: > 100 μg/m³
- Ozon: > 240 μg/m³
- Schlecht:
- Stickstoffdioxid: 101-200 μg/m³
- Feinstaub: 51-100 μg/m³
- Ozon: 181-240 μg/m³
- Mäßig:
- Stickstoffdioxid: 41-100 μg/m³
- Feinstaub: 35-50 μg/m³
- Ozon: 121-180 μg/m³
Bei schlechter Luftqualität gelten spezifische Empfehlungen: Bei einem sehr schlechten Wert sollten insbesondere empfindliche Menschen körperliche Anstrengungen im Freien meiden. Bei eher mäßigen Werten sind gesundheitliche Auswirkungen unwahrscheinlich, jedoch ist eine langfristige Einwirkung nicht auszuschließen.
Entwicklung der Feinstaub-Emissionen
Auf die Emissionen bezogen zeigt sich ein erfreulicher Trend: Laut Umweltbundesamt sind die Feinstaub-Emissionen in Deutschland seit 1995 deutlich gesunken. So gingen die PM10-Emissionen von 0,34 Millionen Tonnen im Jahr 1995 auf 0,18 Millionen Tonnen im Jahr 2023 zurück. Dies entspricht einem Rückgang von 45,7 %.
Der Rückgang ist unter anderem auf die gesetzlich vorgeschriebenen Emissionsgrenzwerte und technische Verbesserungen zurückzuführen. Über 82 % der PM10-Emissionen im Straßenverkehr stammen mittlerweile aus Abrieb von Reifen, Bremsen und Straßenbelag. Die Euro7-Norm wird zukünftig noch mehr Maßnahmen zur Minderung dieser emissionsintensiven Partikel nötig machen.
Ein weiterer Aspekt sind die landwirtschaftlichen Emissionen, die von 10,8 % im Jahr 1995 auf 19,5 % im Jahr 2023 gestiegen sind, ein Resultat von intensiver Landwirtschaft und Tierhaltung.
Gesundheitliche Auswirkungen
Sollten wir uns also less Sorgen machen? Die Daten zeigen, dass die langfristige Exposition gegenüber Feinstaub, Stickstoffdioxid und Ozon insgesamt verbessert werden konnte. Zwischen 2005 und 2022 sank die Zahl der Todesfälle in der EU aufgrund von Feinstaub um 45 %. Ein ehrgeiziges Ziel der EU ist es, die Todesfälle durch Feinstaub bis 2030 um 55 % zu reduzieren.
Obwohl wir auf dem richtigen Weg sind, bleibt die Luftverschmutzung das größte umweltbedingte Gesundheitsrisiko in Europa. Fakt ist, es gibt noch viel zu tun, um die Luftqualität weiter zu verbessern und die Gesundheit unserer Bevölkerung zu schützen. Ein Aspekt, der besonders bei anstehenden Feiertagen wie Silvester beachtet werden sollte, wo traditionelles Feuerwerk bekanntlich die Feinstaubbelastung kurzfristig erhöht.
Abschließend lässt sich sagen, dass die Beschäftigung mit der Luftqualität kein vorübergehendes Thema sein sollte. Es braucht einen kontinuierlichen Dialog und Aufmerksamkeit, um die Luft, die wir atmen, zu bewerten und zu schützen. Es liegt an uns allen, aktiv dazu beizutragen.