Am vergangenen Wochenende hat die Bundespolizei in einer großangelegten Aktion an Bahnhöfen in ganz Deutschland für mehr Sicherheit gesorgt. Über 40 Bahnhöfe, darunter auch in Niedersachsen, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg, wurden von den Behörden ins Visier genommen. Die Kontrollen, die von Freitag bis Samstag und zwischen 18 und 3 Uhr stattfanden, zielten darauf ab, ein Zeichen gegen die steigende Gewaltkriminalität an Bahnhöfen zu setzen. In Hannover allein wurden mehr als 300 Personen kontrolliert.
Bei den umfangreichen Überprüfungen kamen neben Drogen auch gefährliche Gegenstände wie Messer und eine Pistole zum Vorschein. In Bremen wurden über 400 Personen überprüft, was zu sicherstellten Drogen, Bargeld und Reizgas führte. Strafanzeigen wurden gegen mehrere Verdächtige erstattet, darunter auch wegen Körperverletzung und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Zudem erhielten 23 Personen Platzverweise, und eine Person landete aufgrund eines bestehenden Betretungsverbots im Gewahrsam.
Sicherheitsmaßnahmen und geplante Verschärfungen
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat bereits angekündigt, die sicherheitstechnischen Maßnahmen an Bahnhöfen weiter zu verstärken. Laut einem Bericht von Zeit Online werden verstärkt Polizisten in Großstädten sowie in mittelständischen Gebieten präsent sein, wo wiederholt Vorfälle aufgetreten sind. Dobrindt bezeichnete den Münchner Hauptbahnhof als „sichersten Bahnhof Europas“ und plant, auch andere Bahnhöfe mit moderner Videoüberwachung auszustatten.
Ein weiteres Ziel ist die Einführung von Tasern für die Bundespolizei. Diese sollen helfen, Gewaltsituationen sicher und schnell unter Kontrolle zu bringen. Ein Gesetz, das den Einsatz von Distanz-Elektroimpulsgeräten regelt, fand bereits im Oktober eine breite Zustimmung im Bundestag.
Kriminalitätsentwicklung an Bahnhöfen
Die Sicherheitsmaßnahmen sind eine Antwort auf die kontinuierlich steigende Kriminalität an deutschen Bahnhöfen. Wie Bayerischer Rundfunk berichtet, hat sich die Zahl gewalttätiger Aktionen von 2019 bis 2023 um über 50 Prozent erhöht. Auch Eigentumsdelikte und Waffendelikte sind stark angestiegen, während häufig alkoholisiertes Publikum zu einem Anstieg an Straftaten führt, oft unter Einsatz von Messern.
Die Herausforderungen sind klar: Bahnhöfe, insbesondere größere wie in Bremen und Nürnberg, haben sich als Hotspots entwickelt, in denen Reisende vermehrt zu Opfern von Delikten werden können. Hier müssen nicht nur mehr Polizisten auf den Plan gerufen werden, sondern auch spezielle Strategien erarbeitet werden, um für mehr Sicherheit zu sorgen.
Mit diesen Maßnahmen erhofft sich die Bundespolizei, die Gefahren an Bahnhöfen besser in den Griff zu bekommen. Ob diese Aktionen langfristig wirken, bleibt abzuwarten, denn die Situation an den Bahnhöfen wird auch in Zukunft genaue Beobachtungen und innovative Lösungen erfordern.