Am 11. März 2026 fand im Rahmen eines innovativen Formats die Wahl zur Miss Germany in den Bavaria Studios bei München statt. In diesem Jahr traten neun Frauen an, darunter die 27-jährige Büsra Sayed aus Georgsmarienhütte und die 28-jährige Amina Ben Bouzid aus Wiesbaden, die beide mit einem Hijab auf die Bühne gingen. Diese beiden Finalistinnen verfolgten mit ihrem Auftreten das Ziel, Frauen mit Kopftuch sichtbarer zu machen und die bestehenden Klischees über Schönheit und Erfolg zu hinterfragen. Büsra Sayed hat ein Modelabel gegründet, das Frauen mit Hijab unterstützen soll und trat in der Kategorie „Female Founder“ an, während Amina Ben Bouzid als „Female Leader“ kandidierte. Der Wettbewerb hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt und versteht sich nicht mehr nur als Schönheitswettbewerb, sondern sucht nach künftigen Führungspersönlichkeiten in verschiedenen Bereichen.
Die Gewinnerin der Wahl war Rose Mondy aus Herne, die mit ihren 26 Jahren nicht nur durch ihre Persönlichkeit, sondern auch durch ihre Aktivitäten auf der Online-Plattform „Twitch“ auffiel. Dort spricht sie offen über ihre Erfahrungen mit Alltagsrassismus und Sprachproblemen, die sie durch ihre syrischen Wurzeln geprägt sind. Mondy betont, dass man nicht perfekt sein muss, um Erfolg zu haben, und fordert neue Vorbilder für die Gesellschaft. Neben ihr belegten Anne Bäumler aus Assenheim und Amelie Reigl aus Würzburg die Plätze zwei und drei.
Diskriminierung und Herausforderungen
Die beiden Kandidatinnen Sayed und Ben Bouzid sehen sich jedoch mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert. Sayed berichtet von zunehmendem Alltagsrassismus und rassistischen Hate-Kommentaren, die seit ihrer Nominierung deutlich zugenommen haben. Laut ihren Aussagen stammen etwa 90 Prozent dieser Hasskommentare von Männern. Ben Bouzid, die das Kopftuch als Teil ihrer Normalität betrachtet, beschreibt, dass Frauen in der Öffentlichkeit oft unabhängig von ihrem Aussehen oder Verhalten kritisiert werden. Diese Erfahrungen werfen ein Licht auf die gesellschaftlichen Vorurteile, die nach wie vor existieren.
Insgesamt haben sich die beiden Finalistinnen gegen über 2.600 Bewerberinnen durchgesetzt und zeigen damit, dass Vielfalt und Inklusion in Wettbewerben wie diesem zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die amtierende Miss Germany, Valentina Busik, eine Ärztin, die sich mit Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen beschäftigt, ist ein weiteres Beispiel für die Diversität und den Wandel in der Wahrnehmung von Schönheitsidealen und gesellschaftlichem Einfluss.
Ein neuer Weg für Miss-Wahlen
Das Konzept der Miss-Germany-Wahl hat sich erheblich gewandelt und reflektiert die sich verändernden gesellschaftlichen Werte. In einem Wettbewerb, der früher stark auf äußere Schönheit fokussiert war, stehen nun Persönlichkeit, Engagement und die Fähigkeit, als Vorbild zu agieren, im Vordergrund. Dies zeigt, dass der Wandel hin zu einer inklusiveren und vielfältigeren Gesellschaft auch in solchen Wettbewerben seinen Platz findet. Die Finalistinnen setzen sich dafür ein, dass Frauen mit unterschiedlichen Hintergründen und Lebensrealitäten sichtbar werden und gehört werden.
Für weitere Informationen über die Miss-Germany-Wahl und die Erfahrungen der Kandidatinnen lesen Sie die vollständigen Berichte auf NDR und Merkur.





