In Niedersachsen wird es ab sofort einfacher, schneller und kostengünstiger, Wohnungen zu bauen. Der kürzlich veröffentlichte Abschlussbericht „Niedersachsen macht’s einfach – Niedersächsischer Weg zum erleichterten und kostengünstigen Bauen“ stellt konkrete Maßnahmen vor, die im Rahmen eines Bündnisses für bezahlbares Wohnen erarbeitet wurden. Rund 40 Experten aus den Bereichen Verwaltung, Wohnungswirtschaft, Planung und Baupraxis haben an diesem Bericht mitgewirkt. Ziel ist es, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum zu fördern und gleichzeitig die Bauprozesse zu optimieren. Um mehr Informationen zu erhalten, können Sie den Bericht auf der Website des Demografie-Portals einsehen (hier).
Der Bericht knüpft an bereits bestehende Reformen der Niedersächsischen Bauordnung und Umbauordnung an. Bauminister Grant Hendrik Tonne betont die Dringlichkeit, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und schnellere Bauprozesse zu ermöglichen. Um dies zu erreichen, wurden vier zentrale Handlungsfelder identifiziert:
- Basisstandards: Eine Reduzierung unnötiger technischer Komplexität und kostenintensiver Elemente.
- Optimierte Projektplanung: Eine frühzeitige Zusammenarbeit zwischen Bauherrschaft, Planung und Ausführung.
- Digitalisierung: Die Möglichkeit digitaler Bauanträge bei 101 Bauaufsichtsbehörden sowie der Einsatz von Building Information Modeling (BIM) und Künstlicher Intelligenz.
- Zügige Verfahren: Mitteilungsverfahren und Genehmigungsfiktionen sollen die Zeit bis zum Baubeginn verkürzen.
Praxisbeispiele und Bedeutung der Zusammenarbeit
Praxisbeispiele zeigen, dass ein kostengünstiger Wohnungsbau unter 3.000 Euro pro Quadratmeter realisierbar ist. Dazu können serielle Bauweisen und schlanke Verfahren beitragen. Minister Tonne fordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Bauwirtschaft, Planern und Wohnungsunternehmen, um diese Ziele zu erreichen. Dr. Susanne Schmitt von der Verband der Wohnungswirtschaft (vdw) unterstreicht die Wichtigkeit eines gut durchdachten Wohnungsbaus ohne Kostentreiber, während Dr. Jan Arning vom Niedersächsischen Städtetag die Rolle der kommunalen Wohnungsunternehmen betont.
Die Roadmap wird als Auftakt für einen langfristigen Prozess zur Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum in Niedersachsen verstanden. Eine Vernetzung und die Unterstützung durch Bund und Land sind entscheidend, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Cornelia Höltkemeier von der Landesvereinigung Bauwirtschaft Niedersachsen fordert ein Umdenken in der Nutzung vorhandener Spielräume, um die Herausforderungen im Wohnungsbau zu bewältigen.
Herausforderungen und Lösungen im Wohnungsbau
Die steigenden Immobilienpreise, Mieten und erhöhten Zinsen in Deutschland erschweren die Suche nach bezahlbarem Wohnraum, insbesondere in großen Ballungsräumen Niedersachsens. Die Bauwirtschaft sieht sich zudem hohen Energie- und Materialkosten gegenüber, die viele Bauprojekte zum Stillstand bringen. Angesichts eines belasteten Landeshaushalts sind kreativere Lösungen für den Wohnungsbau gefordert. Anstelle einzelner Lösungen wird ein Maßnahmenpaket angestrebt, um den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden.
Wirtschafts- und Bauminister Olaf Lies hat bereits angekündigt, dass „Bauen in Niedersachsen einfacher, schneller und günstiger werden soll“. In diesem Zusammenhang wurde eine Novelle der Niedersächsischen Bauordnung (NBauO) erarbeitet, die am 1. Juli 2024 in Kraft treten wird. Dies könnte einen weiteren Schritt in Richtung dringend benötigter Lösungen im Bereich des Wohnungsbaus darstellen. Weitere Informationen zu den Entwicklungen in Niedersachsen finden Sie hier.





