Die Integration von Menschen mit Migrations- oder Fluchtgeschichte in den deutschen Ausbildungsmarkt ist ein Thema mit vielen Facetten. Eine aktuelle Initiative der KAUSA-Landesstelle Niedersachsen soll hier frischen Wind reinbringen. Ab dem 1. Juli 2025 startet das Projekt in eine neue Phase, die bis zum 31. Dezember 2026 gehen wird. Ziel ist es, die Ausbildungsintegration für Jugendliche mit Migrationsgeschichte zu verbessern, die oft geringere Chancen auf einen Berufsabschluss haben als ihre Altersgenossen ohne Migrationshintergrund. Bereits jetzt liegt der Unterstützungsbedarf dieser Gruppe während der Ausbildung erhöht vor, was die KAUSA-Landesstelle in ihrer Arbeit im Blick hat, wie bildungsklick.de berichtet.
Ein alarmierendes Bild zeichnet sich ab: Im Ausbildungsjahr 2024 blieben in Niedersachsen etwa 4.600 Ausbildungsstellen unbesetzt. Dies verdeutlicht, dass nicht nur die Integration selbst, sondern auch die Bereitschaft kleiner und mittlerer Unternehmen, entsprechende Angebote zu schaffen, verbessert werden muss. Der Fokus der neuen Projektphase liegt auf Struktur- und Netzwerkarbeit sowie strategischem Wissenstransfer, um Unternehmen und Multiplikatoren wie Schulen und Bildungsträger besser zu unterstützen.
Fachkräftemängel und Migrationsgeschichte
Der Fachkräftemangel in Deutschland ist mittlerweile ein bekanntes Thema. Menschen mit Einwanderungsgeschichte sind häufig in Berufen tätig, die als Mangelberufe gelten, darunter im Bauwesen, der Lebensmittelherstellung sowie in der Altenpflege. Laut Daten des Statistischen Bundesamtes arbeiten im Jahr 2023 etwa 67 Prozent der Beschäftigten im Aus- und Trockenbau in diesem Bereich, während auch die Gastronomie und der Transport stark von Arbeitnehmern mit Migrationshintergrund profitiert. Dies zeigt sich auch daran, dass insgesamt gut ein Viertel der Beschäftigten in Deutschland eine Einwanderungsgeschichte hat, wie zeit.de berichtet.
Die Situation ist also zwiespältig: Während viele Branchen auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen sind, stehen diese oft vor größeren Herausforderungen, um in den deutschen Ausbildungsmarkt Fuß zu fassen. So zeigt sich, dass die Zahl der ausländischen Auszubildenden seit der Corona-Pandemie zwar wieder ansteigt, gleichzeitig aber auch immer noch viel Arbeit nötig ist, um die Integration zu optimieren.
Neue Ansätze zur Ausbildung von Migranten
In 2023 lesen wir von etwa 209.000 Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit, die eine Berufsausbildung in Deutschland absolvieren, was rund 13 Prozent aller Auszubildenden entspricht. Die Bundesagentur für Arbeit sieht in der Ausbildung einen entscheidenden Hebel für die Fachkräftesicherung. Besonders bemerkenswert ist die steigende Zahl von neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen aus Drittstaaten, wie Vietnamesische und marokkanische Staatsangehörige, die hier einen Aufschwung erleben. Dies zeigt, dass auch politische Maßnahmen, wie das Fachkräfteeinwanderungsgesetz, greifen und den deutschen Ausbildungsmarkt für Ausländer attraktiver machen, denn die Nachfrage ist da, wie mediendienst-integration.de zusammenfasst.
Zusammengefasst lässt sich sagen, dass es bei der Integration und Ausbildung von Menschen mit Migrationsgeschichte noch viel Spielraum gibt. Die kommenden Phasen der KAUSA-Landesstelle werden zeigen, wie konsequent diese Herausforderungen angegangen werden können. Die Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren, wie Schulen, Kammern und den Multiplikatoren vor Ort, wird entscheidend sein, um nicht nur Ausbildungsplätze zu schaffen, sondern auch damit zu sorgen, dass auf lange Sicht jeder die Chance hat, Teil des Arbeitsmarkts zu werden.