Heute ist der 1. April 2026 und in Northeim wird Geschichte geschrieben. Der Stadtbusverkehr wird auf Elektromobilität umgestellt, ein zukunftsweisendes Projekt, das bis 2028 vollständig umgesetzt werden soll. Weihrauch-Uhlendorff, der Verkehrsbetrieb der Stadt, hat mit dem Test eines elektrisch betriebenen E-Busses von Mercedes-Benz begonnen. Dieser Test, der zehn Tage dauern wird, findet auf allen Stadtbuslinien statt und soll helfen, Verbrauch und Fahreigenschaften des neuen Modells zu ermitteln. Der E-Bus, der mit einem Akku von 590 Kilowattstunden ausgestattet ist, hat eine Reichweite von 420 Kilometern und fährt täglich Strecken zwischen 250 und 350 Kilometern. Dabei bleibt unklar, wie sich die Nutzung von Klimaanlage oder Heizung auf die Reichweite auswirken könnte.
Der Bus wird spartanisch ausgestattet sein, da er ursprünglich für den italienischen Markt konzipiert wurde. Zukünftige E-Busse sollen jedoch komfortablere gepolsterte Sitze erhalten. Ein weiterer Testbus von Iveco steht ebenfalls auf der Liste, dessen Termin allerdings noch nicht festgelegt wurde. Während des Testbetriebs werden keine Änderungen an Fahrplänen oder Linienführungen vorgenommen. Zudem wird der Testbus mit einer mobilen Ladestation in der Werkstatt geladen, während die Stadtwerke ein intelligentes Ladesystem planen, das die Betriebskosten senken soll. Für die Anschaffung von acht E-Bussen und den notwendigen Ladestationen hat das Unternehmen bereits eine Förderzusage vom Bund in Höhe von 1,9 Millionen Euro erhalten, was weniger als ein Drittel der Gesamtkosten abdeckt.
Investitionen in die Zukunft
Die Umstellung auf E-Busse erfordert erhebliche Investitionen in die Infrastruktur. Geplant sind acht 150-kW-Ladestationen auf dem Betriebsgelände, und um diese in Betrieb nehmen zu können, müssen die Stadtwerke ein neues Mittelspannungskabel zum Betriebshof legen und eine Trafostation errichten. Die Bauarbeiten sollen im nächsten Jahr beginnen, und die Umstellung der vier Hauptlinien auf E-Busse ist für 2028 vorgesehen. Ab 2029 sollen diese Linien ausschließlich von E-Fahrzeugen bedient werden, während Dieselfahrzeuge weiterhin für Verstärker- und Schulbuslinien eingesetzt werden.
In der umliegenden Region Südniedersachsen werden ebenfalls Elektrobuslinien getestet, unter anderem rund um Uslar. Hier liegt der Fokus auf Reichweite, Ladeverhalten und technischer Zuverlässigkeit. Julius Haubrich von Regiobus Uhlendorff hebt hervor, wie wichtig die gute Planung der Umläufe und eine entsprechende Ladeinfrastruktur für die Funktionalität von Elektromobilität auf längeren Linien sind. Diese Tests sind Teil eines größeren Förderprojekts, das von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder unterstützt wird, der auch Förderurkunden für Elektrobusse und Infrastruktur übergeben hat.
Die Rolle der Ladeinfrastruktur
Die Bedeutung einer gut ausgebauten Ladeinfrastruktur kann nicht genug betont werden. Der Masterplan Ladeinfrastruktur 2030 der Bundesregierung hat das Ziel, die Rahmenbedingungen für das Laden aller Elektrofahrzeuge zu verbessern und ein flächendeckendes, nutzerfreundliches Ladenetz zu schaffen. In diesem Zusammenhang sind die Erfahrungen aus dem Busbetrieb entscheidend für die Planung und den Ausbau der Infrastruktur. Der Plan umfasst 41 Maßnahmen, die unter anderem darauf abzielen, die Nachfrage zu stärken und Genehmigungsprozesse zu vereinfachen.
Die Förderung der Elektromobilität ist ein zentrales Anliegen des Koalitionsvertrags und wird als entscheidend für die Erreichung der Klimaschutzziele im Verkehrssektor gesehen. Mit dem Testbetrieb in Northeim und den parallelen Projekten in der Region wird ein wichtiger Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Mobilität getan, der nicht nur den öffentlichen Nahverkehr revolutionieren, sondern auch die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen in der breiten Bevölkerung erhöhen soll.
Für weitere Informationen zu diesem spannenden Thema, besuchen Sie bitte die ursprünglichen Quellen: HNA, Landkreis Northeim und Bundesregierung.






