Die Gesundheitsversorgung in Bad Gandersheim steht vor einer entscheidenden Wende: Die 25-Betten-Station der Allgemeinen Inneren Medizin im Bürgergesundheitspark (BGP) könnte zum 31. März 2026 schließen. Dies hat die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) in einer aktuellen Mitteilung bekannt gegeben. HNA berichtet, dass diese Schließung im Zusammenhang mit dem Ende des Modellprojekts Statamed steht, welches seit dem 1. April 2024 in Bad Gandersheim operiert.
Doch was steckt genau hinter Statamed? Dieses Projekt zielt darauf ab, eine alternative Behandlungsform für Patienten zu schaffen, die eine medizinische Versorgung benötigen, aber nicht im Regelkrankenhaus behandelt werden müssen. Es soll ein Versorgungsnetzwerk aufgebaut werden, das Arztpraxen, Rettungsdienst und Pflegeeinrichtungen miteinander verknüpft, um eine wohnortnahe, kurzstationäre Behandlung zu ermöglichen. AOK Niedersachsen weist darauf hin, dass die Notwendigkeit für solche Behandlungen, etwa bei älteren Patienten mit akuten sowie chronischen Erkrankungen, stetig wächst.
Die Rolle des Bürgergesundheitsparks
Der Bürgergesundheitspark Bad Gandersheim, ein wichtiger Akteur in diesem Modellprojekt, ist eine Nachfolgeeinrichtung der im September 2023 geschlossenen Helios-Klinik. Die UMG-Sprecherin Lena Bösch hat angedeutet, dass die UMG die Strukturen im BGP stärken möchte, ohne jedoch direkt zur Schließung Stellung zu nehmen. Laut den Informationen des BGP ist die Station, die vom ärztlichen Team rund um Dr. med. Shamindra Gupta und dem pflegerischen Team von Laura-Sophie Rohrbach geleitet wird, 365 Tage im Jahr verfügbar und bietet Platz für akute sowie chronische Erkrankungen. Die ambulanten medizinischen Einrichtungen im BGP sind jedoch von der Schließung nicht betroffen.
Ein Konzept, das auf Nachhaltigkeit setzt: Der Landkreis Northeim, die UMG und die Stadt Bad Gandersheim sind Gesellschafter des BGP, wobei der Landkreis die Mehrheit hält. Dies könnte für die zukünftige Ausrichtung des Gesundheitsstandortes von Bedeutung sein. Es bleibt abzuwarten, wie sich die politischen und gesundheitlichen Rahmenbedingungen entwickeln werden.
Zukunft der medizinischen Versorgung
Die geplante Schließung der 25-Betten-Station wirft Fragen auf. Wie werden Patienten im Landkreis Northeim weiterhin versorgt? Und welche Alternativen stehen zur Verfügung? Experten wie Prof. Wolfgang Brück von der UMG heben hervor, dass eine Vielzahl von Krankenhäusern im Landkreis möglicherweise nicht sinnvoll ist, was die Diskussion über die Zukunft der Gesundheitsversorgung anheizt.
Das Modellprojekt Statamed ist nicht nur auf Bad Gandersheim beschränkt, sondern umfasst auch Standorte in Sulingen und Norden, wo ähnliche Konzepte verfolgt werden. UMG stellt heraus, dass es eine fundierte Evaluierung der Patientenzufriedenheit und Versorgungsqualität geben wird, die von verschiedenen Partnern, unter anderem dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, begleitet wird.
Es bleibt spannend, wie sich die Gesundheitslandschaft in der Region Niedersachsens entwickeln wird und ob alternative Versorgungsmodelle tatsächlich den nötigen Rückhalt finden können, um die Schließung der Einrichtung zu verhindern.