Im Jahr 2028 jährt sich die Erstveröffentlichung von Erich Maria Remarques berühmtem Antikriegsroman „Im Westen nichts Neues“ zum 100. Mal. Zu diesem Anlass wird in Osnabrück eine neue Dauerausstellung eröffnet, die das Leben und Werk dieses bedeutenden deutschen Schriftstellers würdigt. Remarque, geboren am 22. Juni 1898 in Osnabrück, gilt als entschlossener Kriegsgegner und Pazifist, dessen Werke auch im 21. Jahrhundert nichts von ihrer Relevanz verloren haben.
Besonders die aktuelle geopolitische Situation, insbesondere der Krieg in der Ukraine, bietet eine neue Perspektive auf Remarques Leben und seine literarischen Botschaften. In diesem Kontext wird spekuliert, dass Remarque und der heutige Politiker Boris Pistorius ähnliche Ansichten vertreten könnten. Mit seiner pazifistisch-antimilitaristischen Haltung, die er in seinen Schriften verkörperte, regt Remarque nach wie vor zum Nachdenken über den Sinn und Unsinn von Krieg an. Für weitere Informationen zu den Hintergründen der Ausstellung, werfen Sie einen Blick auf den Artikel der NOZ.
Die Bedeutung von „Im Westen nichts Neues“
Erich Maria Remarque wurde durch „Im Westen nichts Neues“, das 1929 veröffentlicht wurde, weltberühmt. Der Roman verarbeitet nicht nur seine eigenen Erfahrungen an der Front des Ersten Weltkriegs, sondern auch die Erlebnisse anderer verletzter Soldaten. Dies macht das Werk besonders eindringlich und authentisch. „Im Westen nichts Neues“ wurde in 26 Sprachen veröffentlicht und bis heute in über 50 Sprachen übersetzt. Bereits 1930 wurde der Roman verfilmt, jedoch wurde die Aufführung von SA-Verbänden verhindert, was die Kontroversen um das Werk weiter anheizte.
Die Erlebnisse, die Remarque als 19-Jähriger an die Westfront führten, prägten sein Leben und seine schriftstellerische Karriere. Nach schweren Verwundungen setzte er sich mit den Grausamkeiten des Krieges auseinander, was seinen späteren literarischen Stil maßgeblich beeinflusste. Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete er zunächst als Volksschullehrer, bevor er 1920 seine Lehrertätigkeit aufgab, um sich ganz der Schriftstellerei zu widmen. Seine pazifistischen Romane thematisieren die Grausamkeit des Krieges und sind bis heute von großer Bedeutung, wie auch in einem Artikel der Stadtbibliothek Pankow beschrieben wird.
Ein Leben im Exil und sein Erbe
1931, aufgrund seiner ablehnenden Haltung gegenüber Krieg und Militarismus, verließ Remarque Deutschland und zog in die Schweiz. Dort setzte er seine literarische Arbeit fort und veröffentlichte weiterhin politische Bücher, die seine pazifistischen Ansichten widerspiegelten. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden seine Werke 1933 verbrannt, ihm wurde die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt und er emigrierte 1939 in die USA. Dort fand er Anerkennung und erhielt 1947 die amerikanische Staatsbürgerschaft. Remarque lebte fortan abwechselnd in der Schweiz und den USA, wo er mit vielen prominenten Persönlichkeiten in Kontakt trat.
Seine Schwester Elfriede, die 1943 wegen „Wehrkraftzersetzung“ hingerichtet wurde, blieb nicht nur in Remarques Gedanken, sondern inspirierte ihn auch zu dem Roman „Der Funke Leben“. Remarque starb am 25. September 1970 in Ascona, Schweiz, und sein Werk wird weiterhin im Erich Maria Remarque-Friedenszentrum in Osnabrück gewürdigt. Hier wird sein Vermächtnis als einer der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts lebendig gehalten.



