In Osnabrück trafen sich am Montag, den 29. September, zahlreiche Vertreter von Organisationen wie Caritas, AWO, Outlaw gGmbH und Exil e.V. vor dem Heger Tor, um die bundesweite Aktionswoche der Migrationsberatung zu eröffnen. Unter dem Motto #mitunsbewegtsichwas stehen bis zum heutigen Tag an fünf zentralen Orten in der Stadt bunt geschmückte Fahrräder, die mit Plakaten zur Migrationsberatung verziert sind. Diese Veranstaltung bietet nicht nur eine Plattform zur Information, sondern setzt auch ein starkes Zeichen für Vielfalt, Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt, so Hasepost.

Der Fokus dieser Aktionswoche liegt auf der Aufklärung über Anlaufstellen für Zugewanderte. Diese Beratungsstellen bieten Unterstützung in wesentlichen Lebensbereichen wie Sprachkursen, Berufsanerkennung und Antragsstellungen. Ein bemerkenswerter Erfolg kommt von Michaela Brand von der AWO, die einen ehemaligen Klienten traf, der dank der Beratung eine feste Anstellung als Busfahrer fand. Solche Erfolgsgeschichten sind wichtig, um den positiven Einfluss der Migrationsberatung zu verdeutlichen.

Die Herausforderungen in der Migrationsberatung

Martina Marques von der AWO betont, dass die Herausforderungen in der Migrationsberatung groß sind. Besonders wichtig ist, dass der Bedarf an Unterstützung kontinuierlich wächst. Im vergangenen Jahr führte die AWO insgesamt 5.600 Beratungen durch. Dies zeigt die zunehmende Anzahl an Menschen, die auf diese Dienste angewiesen sind.

Der Bedarf an Migrationsberatung ist nicht nur in Osnabrück spürbar. So wurden in Lörrach beispielsweise im Jahr 2023 von Migrationsberatungsstellen 920 Familien oder Einzelpersonen beraten. Die steigenden Zahlen von Schutzsuchenden, insbesondere aus der Ukraine, stellen die Berater*innen vor neue Herausforderungen. Christina Hopfner von der Diakonie Lörrach hebt hervor, dass Migrant*innen oft nach Wohnraum, Arbeitsplätzen und Bildung verlangen, und Migrationsberatung.org berichtet, dass es wichtig ist, diese Themen immer wieder öffentlich zu diskutieren.

Migration in Deutschland im Blick

Das Thema Migration bleibt auch nach den zahlreichen Initiativen und Veranstaltungen ein zentrales politisches Thema in Deutschland. Laut Statista lebten 2024 fast neun Millionen Zugewanderte in Deutschland, während das Migrationssaldo positiv ist, mit etwa 430.000 mehr Zuzügen als Fortzügen. Die Ukraine stellt auch weiterhin das Hauptherkunftsland für Migrant*innen dar, was stark durch den anhaltenden Konflikt beeinflusst wird.

Im Jahr 2024 wurden etwa 250.000 Asylanträge gestellt. Die Mehrheit der geflüchteten Ukrainer hat einen temporären Schutzstatus und der Bedarf an Integrationsangeboten steigt. Ein neues Einbürgerungsgesetz, das am 27. Juni 2024 in Kraft trat, erleichtert die Einbürgerung erheblich, was einen weiteren Schritt in Richtung Integration darstellt.

Diese Aktionswoche und die damit verbundenen Gespräche mit politischen Vertretern bieten nicht nur eine Plattform zur Sichtbarkeit der Migrationsarbeit, sondern tragen auch dazu bei, die öffentliche Wahrnehmung sowie die politischen Rahmenbedingungen für Migranten und Migrantinnen zu verbessern. Die Migrationsberatung ist andauernd gefordert, damit alle Menschen die Unterstützung finden, die sie benötigen, um sich in der neuen Heimat einleben zu können.