Am Samstag, dem 29. November 2025, eröffnet die Kunsthalle Osnabrück den zweiten Teil ihres Jahresprogramms „Spirits“. Dieser spannende Abschnitt bringt nicht nur zwei neu produzierte Solo-Ausstellungen mit sich, sondern auch die Wiedereröffnung der Artothek der Kunsthalle. Die Neuheiten werden von der Künstlergruppe !Mediengruppe Bitnik und der Bildhauerin Cornelia Herfurtner präsentiert, die beide eigens für diese Ausstellung neue Werke geschaffen haben. Bei dieser Veranstaltung steht der „Spirit“ im Mittelpunkt, ein Begriff, der personalisierte Überzeugungen und die gesellschaftliche Verantwortung thematisiert.

Was macht die Ausstellung besonders? Sie nimmt die drängenden Themen Zivilcourage und Protest in den Fokus und verknüpft traditionelles Kunsthandwerk mit zeitgenössischen Medieninstallationen. Die beiden Künstler:innen verwenden dabei unterschiedliche Zugänge, um Fragen nach Haltung und Engagement im sozialen sowie politischen Kontext aufzuwerfen. Wissenschafts- und Kultusministerin von Niedersachsen unterstützt die Ausstellung, die deutlich macht, dass Kunst und Demokratie oft untrennbar miteinander verbunden sind.

Cornelia Herfurtner und ihre Werke

Cornelia Herfurtner ist nicht nur für ihre Installationen bekannt, sondern auch für ihre intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Versammlungsrecht. Mit ihren Kunstwerken erforscht sie, wie miteinander umgegangen wird, wenn Menschen sich versammeln, um ihre Meinungen auszudrücken. Diese Kunstwerke, die im Raum installiert sind, laden die Besucher:innen ein, in einen Dialog über Fürsorge, Widerstand und Teilhabe zu treten. Herfurtner, die in Berlin lebt und arbeitet, setzt sich mit der historischen Dimension des Versammlungsrechts auseinander und ermutigt zur Reflexion über gesellschaftliche Teilhabe.

Die Eröffnung ist nicht nur ein Kunstereignis, sondern auch eine Erinnerung daran, dass das Versammlungsrecht historisch erkämpft werden musste und auch heute noch essenziell ist. Die Ausstellung bietet somit einen Raum für kritisches Denken und persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema Zivilcourage.

Kunst und Demokratie im Dialog

Die Beziehung zwischen Kunst und Demokratie ist komplex und wichtig für das Verständnis von partizipativer Kunst. Diese Form der Kunst stellt sich häufig als provozierend und irritierend dar. Sie zielt nicht auf Konsens, sondern schafft Raum für Unbestimmtheiten und Emotionen. Kryptowährungen in der Kunst, wie sie von !Mediengruppe Bitnik aufgegriffen werden, verstärken diese Dynamik. Partizipative Kunst fordert die Gesellschaft heraus und kann letztlich auch die Strukturen öffnen, die für eine lebendige Demokratie notwendig sind.

Eine spannende Beobachtung aus dem Bereich der partizipativen Kunst ist das Konzept der „Betätigungsdemokratie“, das Pierre Rosanvallon formuliert hat. Dieses Konzept verdeutlicht, wie wichtig Sichtbarkeit, Verantwortung, Responsivität und Authentizität für die Gestaltung demokratischer Gesellschaften sind. In diesem Sinne sollte auch die Kunst ihre Autonomie wahren und gleichzeitig als Katalysator für gesellschaftliche Veränderungen agieren.

Die Ausstellung „Spirits“ in der Kunsthalle Osnabrück ist also nicht nur eine Plattform für künstlerische Ausdrucksformen, sondern auch ein Ort, an dem demokratische Prinzipien zur Diskussion stehen. Inwiefern regen die Werke zum Nachdenken und Handeln an? Diese Frage kann unter den Teilnehmenden ein wichtiges Thema bilden und die Verbindung zwischen Kunst und gesellschaftlichem Engagement stärken.

Erleben Sie die spannenden neuen Werke von Cornelia Herfurtner und der !Mediengruppe Bitnik sowie die Wiedereröffnung der Kunsthalle persönlich – es lohnt sich, Teil dieser Diskussion über Kunst, Zivilcourage und Demokratie zu werden!

Für weitere Informationen besuchen Sie die Seiten der Regionalupdate, der Kunsthalle Osnabrück sowie des Faktor Kunst Blogs.