Wenn man in Deutschland über Snacks spricht, führt kein Weg an den beliebten Paprikachips vorbei. Der Geschmack dieser unwiderstehlichen Chips ist oft das Ergebnis einer speziellen Würzmischung, die in Dissen im Landkreis Osnabrück hergestellt wird. Dort liegt eine der größten Gewürzfabriken Europas, die täglich rund 30 Tonnen Paprika verarbeitet, um die Deutschen mit ihrem Lieblingssnack zu versorgen. Diese Produktion weckt Begehrlichkeiten, denn die Nachfrage nach Paprikachips ist hoch: Allein im letzten Jahr wurden etwa 95 Millionen Kilogramm dieser knusprigen Leckerei verkauft, wobei jeder Deutsche im Schnitt über ein Kilogramm pro Jahr verzehrt. Wie NDR berichtet, hat „Paprika“ sich als die beliebteste Geschmacksrichtung etabliert.
Die Faszination für Paprikachips beschränkt sich nicht nur auf den Geschmack, sondern auch auf die Produktion. Sensorik-Managerin Katinka Kern und Entwicklungsleiter Peter Gerdes von der Gewürzfirma testen regelmäßig den Geschmack der Chips, um sicherzustellen, dass alles nach den Vorstellungen der Konsumenten verläuft. Eine ganz besondere Herausforderung ist das Bestreben, den Salzanteil von 1,6 auf 1,3 Gramm zu reduzieren, ohne dass der Geschmack leidet. Um dies zu erreichen, arbeitet man daran, die Paprikanote zu intensivieren. Die Komplexität des Geschmacks entsteht durch die ausgewogene Mischung von bis zu 20 Komponenten in einer Chips-Gewürzmischung.
Der Weg der Paprika
Der Verein zwischen Geschmack und Technik erfordert viel Know-how: Die Paprikaschoten, die für die Würzmischung verwendet werden, werden in Brasilien geerntet und kommen entsprechend nach Deutschland. Ihre Verarbeitung umfasst wichtige Schritte wie das Entkeimen und das Reinigen, bevor sie zu feinstem Paprikapulver vermahlen werden. Dieses Pulver lässt sich durch Variationen der Schoten, von Fruchtfleisch bis zu Samen, beeinflussen. Ein Pfund der Würzung kann dazu führen, dass rund 100.000 Beutel Chips produziert werden – eine beeindruckende Zahl, die zeigt, wie wichtig eine perfekte Mischung ist, um den einzigartigen Geschmack zu erzielen.
Auch die Sensorik spielt eine entscheidende Rolle. Testpersonen verkosten neue Chips-Sorten oft unter speziellen Bedingungen, beispielsweise unter Rotlicht, um Farbunterschiede auszublenden und den Fokus auf den Geschmack zu legen. Ein ungeschultes Verkostungspanel von etwa 150 Personen hilft dabei, die Geschmacksbewertungen objektiv zu gestalten.
Ein Snack mit Suchtfaktor
Warum sind Paprikachips so beliebt? Gewürz-Sommelière Tina Hauser beschreibt sie als Geschmacksexplosion, die süße, saure, salzige, bitterliche und umami Aromen kombiniert. Diese geschmackliche Vielfalt macht nicht nur glücklich, sondern löst auch unser Belohnungssystem im Gehirn aus, was den Suchtfaktor erklärt. Zudem konsumieren laut einer Umfrage im Jahr 2024 rund 30 Prozent der Frauen und 18 Prozent der Männer täglich Knabberartikel. Während Deutschland klar die Spitzenposition beim Konsum von Paprikachips im Vergleich zu anderen europäischen Ländern einnimmt, sind auch gesalzene Chips sehr beliebt – insgesamt wurden etwa 12,5 Millionen Kilogramm verkauft.
Das Spektrum der Knabberartikel umfasst inzwischen auch viele Trends. Neben chips auf Kartoffelbasis finden Verbraucher zunehmend Gefallen an Gemüsechips aus Kichererbsen oder Linsen. Dennoch bleibt die klassische Kartoffelchips-Variante das beliebteste Produkt, und die Marktanteile sind vielversprechend. Statista berichtet, dass jährlich über 366.000 Tonnen dieser Snacks produziert werden, wobei die Kartoffelchips allein zuletzt bei etwa 111.000 Tonnen lagen.
Die Begeisterung für Paprikachips kennt keine Grenzen – sowohl beim Verzehr als auch in der Produktion. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Geschmacksrichtungen weiterentwickeln werden und was die Gewürzexperten sich als Nächstes einfallen lassen!