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In der Stadt Osnabrück wird ein bemerkenswertes Projekt ins Leben gerufen, das geflüchteten Kindern und Jugendlichen dabei hilft, die deutsche Sprache zu erlernen. Die Forschungsstelle Mehrsprachigkeit der Universität Osnabrück hat die Initiative „Sprachlernassistenz Osnabrück“ ins Leben gerufen, um diesen jungen Menschen, die aufgrund gewalttätiger Konflikte nach Deutschland gekommen sind, eine erfolgreiche Teilnahme am Schulunterricht zu ermöglichen. Dieses Service-Learning-Projekt wird bis Herbst 2028 durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert. Seit dem Start im Jahr 2016 hat sich der Fokus des Projekts von syrischen geflüchteten Schülerinnen und Schülern auf ukrainische Kinder und Jugendliche erweitert. Über 140 Studierende der Universität Osnabrück haben bereits als „Sprachlernassistent:innen“ an Partnerschulen in der Region Osnabrück gearbeitet und dabei ihre Kompetenzen in Sprachförderung durch ein Blockseminar erweitert.

Die neunte Kohorte von Sprachlernassistent:innen ist derzeit aktiv, und die Rekrutierung der nächsten Kohorte ist für Sommer 2026 geplant. Interessierte Schulleitungen und Lehrkräfte können weitere Informationen über das Projekt unter sla-os@uos.de anfordern. Diese Initiative ist besonders wichtig, da mehr als ein Drittel der Schülerinnen und Schüler in Deutschland eine Einwanderungsgeschichte hat, wie der Malteser Migrationsbericht zeigt. An der Regenbogenschule in Duisburg haben beispielsweise etwa 95 Prozent der Schüler einen Migrationshintergrund, und viele sprechen bei der Einschulung wenig bis kein Deutsch. Schuldirektor Haris Kondza hebt hervor, dass es entscheidend ist, den Kindern die nötige Zeit zu geben, um in ihrem eigenen Tempo zu lernen.

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Herausforderungen im Bildungssystem

Die Herausforderungen für Kinder mit Migrationshintergrund sind jedoch erheblich. Lars Feld, ein Wirtschaftswissenschaftler und Mitautor des Migrationsberichts, weist auf strukturelle Unterschiede im Bildungssystem hin, die es diesen Kindern oft erschweren, auf weiterführende Schulen zu gehen. Dies verringert ihre Chancen auf einen entsprechenden Schulabschluss und führt dazu, dass viele nicht den Job erlernen, der ihren Fähigkeiten entspricht. Dies birgt nicht nur wirtschaftliche Risiken, sondern auch soziale. NRW-Bildungsministerin Dorothee Feller betont die Notwendigkeit, auch die Familien in die Sprachförderung einzubeziehen, während Kritiker wie Bildungswissenschaftlerin Karima Benbrahim mehr außerschulische Angebote fordern, um Schüler mit Migrationshintergrund zu unterstützen.

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Es ist wichtig, eine positive Diskussion über Mehrsprachigkeit als Ressource zu führen und nicht als Problem zu betrachten. Hareth Almukdad organisiert beispielsweise Sprachcafés in Berlin, um Geflüchteten beim Spracherwerb zu helfen. Diese Initiativen sind entscheidend, da das deutsche Bildungssystem geflüchteten und neuzugewanderten Kindern oft den Zugang zur Bildung erschwert, was dem Inklusionsanspruch widerspricht. Die problematische Trennung in Regel- und Vorbereitungsklassen führt nicht nur zu Diskriminierung, sondern erschwert auch den Schulstart für diese Kinder.

Der Weg zur Inklusion

Die Diskussion um Inklusion in der deutschen Bildungspolitik ist von großer Bedeutung. Alle Kinder und Jugendlichen sollten unabhängig von Herkunft und Leistungsfähigkeit ein Recht auf Bildung in Regelklassen haben. Oftmals werden geflüchtete Kinder in speziellen Klassen unterrichtet, was die Integration erschwert. Diese Trennung verstärkt die Wahrnehmung von Kindern als passive Opfer, während ihre Resilienz und Überlebensstrategien nicht ausreichend berücksichtigt werden. Lehrkräfte stehen vor der Herausforderung, das Potenzial dieser Schüler zu erkennen, während strukturelle Diskriminierung Exklusion fördert.

Um die Inklusion zu verbessern, sind ressourcenorientierte Perspektiven und die Berücksichtigung mehrsprachiger Kompetenzen notwendig. Ansätze wie Translanguaging und Mehrsprachigkeitsdidaktik könnten dazu beitragen, die Lebensrealität mehrsprachiger Schüler anzuerkennen und ihre Integration zu fördern. Das Projekt „Sprachlernassistenz Osnabrück“ ist ein Schritt in die richtige Richtung, um geflüchteten Kindern und Jugendlichen die Unterstützung zu bieten, die sie benötigen, um in der deutschen Gesellschaft erfolgreich zu sein. Weitere Informationen über das Projekt finden Sie unter diesem Link.