Im Herbst dieses Jahres wird Bernd Lütjen, der langjährige Landrat des Landkreises Osterholz, nach 25 Jahren im öffentlichen Dienst sein Amt niederlegen. Er verabschiedet sich am 31. Oktober 2023 und kandidiert nicht erneut, wie Weser-Kurier berichtet. Lütjen, der seit September 2013 hauptamtlicher Landrat ist und davor 12 Jahre als Samtgemeindebürgermeister in Hambergen tätig war, hat in dieser Zeit zahlreiche Projekte auf den Weg gebracht. Seine politische Karriere begann bereits 1982 mit dem Eintritt in die SPD und der Ausbildung zum Kreisinspektor-Anwärter.
In seiner Amtszeit hat Lütjen nicht nur Kommunalpolitik gestaltet, sondern auch bedeutende weichenstellende Entscheidungen getroffen. In den kommenden Monaten möchte er Initiativen wie das Teilprogramm Windenergie, den Schulumzug am Klosterplatz und die Sanierung des Findorffhauses sowie des Kaffee Worpswede vorantreiben. Diese Projekte sind entscheidend für die Zukunft der Region. Für seinen Nachfolger gibt es allerdings mehrere Herausforderungen zu meistern, insbesondere die angespannten finanziellen Ressourcen und wichtige Bauprojekte, unter anderem die geplante Bioabfallvergärungsanlage, die 2023 abgeschlossen werden soll.
Die Wahl zum Nachfolger
Die Frist zur Einreichung der Wahlvorschläge für die Nachfolge endet am 20. Juli 2023. Es ist zu erwarten, dass zahlreiche Kandidaten sich um das Amt bewerben. Lütjen selbst hat seine Amtsführung immer mit großem Engagement und Herzblut ausgeübt und gibt seinem Nachfolger den Rat, es ihm gleichzutun. Bei der letzten Kommunalwahl 2021 wurde er mit 87,09 % wiedergewählt, was ein Zeichen des Vertrauens der Bürger in seine Arbeit ist. Seinen Nachfolger erwartet er in einem gut funktionierenden Verwaltungsteam, das er über die Jahre aufgebaut hat.
Lütjen wurde am 22. Dezember 1963 in Osterholz-Scharmbeck geboren und hat drei Kinder. Nach seinem Schulabschluss am Gymnasium Osterholz-Scharmbeck begann er seine berufliche Laufbahn im Kreishaus, wo er von 1985 bis 2001 in verschiedenen Funktionen tätig war. Seit 2013 hat er das Landratsamt inne und ist auch Präsident des Kommunalen Arbeitgeberverbands Niedersachsen, was seine umfassenden Verpflichtungen verdeutlicht.
Zukunftspläne
Nach seinem Rückzug aus der Politik plant Lütjen, sich dem Radfahren zu widmen und die Natur in vollen Zügen zu genießen. Obwohl er keine konkreten beruflichen Pläne hat, sieht er dem neuen Lebensabschnitt mit Zuversicht entgegen. „Ich möchte nicht nur für politische Themen brennen, sondern auch die kleinen Freuden des Lebens entdecken“, zieht er Bilanz.
In Niedersachsen finden die Wahlen für kommunale Vertretungen alle fünf Jahre statt, zuletzt am 12. September 2021. Die nächste Wahlperiode wird am 1. November 2026 enden. Lütjens Entscheidung, nicht erneut anzutreten, könnte den politischen Diskurs in der Region verändern und neue Impulse für die kommende Amtszeit mit sich bringen, wie Landeswahlleiter Niedersachsen ergänzt.