Am 11. Februar 2026 fand in Osterholz eine bedeutende Vortragsveranstaltung der Europa-Union Osterholz statt, die dem vierten Jahrestag des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gewidmet war. Unter dem Titel „Vier Jahre Krieg – Die strategischen Antworten Europas“ strömten zahlreiche Interessierte in den Saal, der bis auf den letzten Platz gefüllt war. Dies zeugt von einem großen Interesse an den sicherheitspolitischen Entwicklungen, die die Region und ganz Europa betreffen.
Der Vorsitzende der Europa-Union, Jörg Struckmeier, begrüßte die Referentin des Abends, Dr. Janine Ludwig. Sie ist Akademische Direktorin des Dickinson College an der Bremer Universität und eine anerkannte Expertin auf dem Gebiet der Sicherheitspolitik. In ihrem Vortrag thematisierte Dr. Ludwig den bisherigen Verlauf des Krieges sowie die Entwicklung der ukrainischen Verteidigungsarmee. Zudem beleuchtete sie die politischen Herausforderungen, die sich sowohl in Europa als auch in den USA ergeben haben.
Erfahrungen der ukrainischen Stipendiatinnen
Besonders eindrucksvoll waren die Berichte zweier ukrainischer Stipendiatinnen aus Odessa und Winnyzja. Sie teilten ihre persönlichen Erfahrungen und Eindrücke aus der Ukraine, was dem Publikum einen tiefen Einblick in die Auswirkungen des Krieges auf das tägliche Leben der Menschen vor Ort gab. Die anschließende Diskussionsrunde war lang und intensiv, sie wurde erst bei Schließzeit des Veranstaltungsortes beendet. Der Vorstand der Europa-Union dankte Dr. Ludwig mit einem Präsentkorb, gefüllt mit italienischen Köstlichkeiten, und kündigte spontan weitere Formate mit den ukrainischen Stipendiatinnen an.
Die geopolitischen Implikationen
Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine wird von vielen als völkerrechtswidrig eingestuft. Moskau hat versucht, die europäische Sicherheitsordnung zu seinen Gunsten umzugestalten. In diesem Kontext haben viele europäische Staaten ihre Verteidigungsausgaben erhöht und die NATO verstärkt ihre Bündnisverteidigung im Osten. So traten Finnland im Jahr 2023 und Schweden im Jahr 2024 der NATO bei, nachdem sie Jahrzehnte der Bündnisneutralität verfolgt hatten.
Die Ukraine beantragte am 28. Februar 2022 die EU-Mitgliedschaft, und seit Juni 2024 laufen die Beitrittsgespräche. Am 30. September 2022 stellte die Ukraine den Antrag auf eine „beschleunigte Mitgliedschaft“ in der NATO. Obwohl die NATO die prinzipielle Beitrittsperspektive der Ukraine bekräftigte, bleibt unklar, wann und unter welchen Bedingungen dies tatsächlich geschehen kann. Bilaterale Sicherheitsabkommen zwischen der Ukraine und verschiedenen Staaten wurden geschlossen, die jedoch keine rechtlich bindenden Garantien beinhalten, abgesehen von der Vereinbarung zwischen den USA und der Ukraine.
Auswirkungen auf die transatlantischen Beziehungen
Russlands Krieg hat auch weitreichende Auswirkungen auf das transatlantische Verhältnis und die globale Sicherheit. Themen wie die Nachhaltigkeit des US-amerikanischen Engagements für europäische Sicherheit sowie die Herausforderungen im Bereich der nuklearen Abrüstung und regulierungsbedürftigen Sicherheitsthemen wie autonome Waffensysteme und die Militarisierung des Weltraums sind dabei von zentraler Bedeutung. Die Ukraine hat bis zum 17. Oktober 2024 insgesamt 26 nicht bindende bilaterale Sicherheitsabkommen unterzeichnet, die darauf abzielen, die Selbstverteidigung der Ukraine zu stärken und Unterstützung im Fall eines Angriffs zu bieten.
Die Diskussion in Osterholz spiegelt die Komplexität dieser Thematik wider und zeigt, wie wichtig es ist, die Entwicklungen in der Ukraine und deren Auswirkungen auf Europa kontinuierlich zu verfolgen. Die Europa-Union plant in diesem Jahr noch weitere Vortrags- und Informationsveranstaltungen für die Bürger aus Osterholz-Scharmbeck, um das Bewusstsein für diese entscheidenden Themen zu schärfen und den Dialog zu fördern. Weitere Informationen finden Sie in der Originalquelle.
Für eine vertiefte Auseinandersetzung mit den sicherheitspolitischen Implikationen des Konflikts sind auch die Analysen von verschiedenen Experten zu empfehlen, wie sie beispielsweise in den Berichten der SWP oder der Bundeszentrale für politische Bildung zu finden sind.