Am 11. Februar fand in Osterholz eine hochkarätige Vortragsveranstaltung unter dem Titel „Vier Jahre Krieg – Die strategischen Antworten Europas“ statt. Dies markierte den vierten Jahrestag des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, der laut Anzeiger Verlag als „völkerrechtswidrig“ eingestuft wird. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, was die große Nachfrage und das Interesse der Bürger an diesem drängenden Thema unterstrich. Der Vorsitzende der Europa-Union Osterholz, Jörg Struckmeier, begrüßte die Akademische Direktorin des Dickinson College an der Bremer Universität, Dr. Janine Ludwig, als Referentin.
Dr. Ludwig widmete sich in ihrem Vortrag dem bisherigen Verlauf des Krieges und der Entwicklung der ukrainischen Verteidigungsarmee. Zudem sprach sie über politische Problematiken in Europa und den USA. Die Veranstaltung stand im Zeichen der Sicherheitspolitik, wobei auch die Reaktionen verschiedener europäischer Staaten auf die Aggression Moskaus thematisiert wurden. In diesem Kontext konnte man beobachten, wie Finnland im Jahr 2023 und Schweden im Jahr 2024 nach jahrzehntelanger Neutralität der NATO beitraten, wie SWP Berlin berichtet.
Stimmen aus der Ukraine
Das Ereignis erhielt zusätzliche emotionale Tiefe durch die Berichte zweier ukrainischer Stipendiatinnen aus Odessa und Winnyzja, die eindrücklich von ihren persönlichen Erfahrungen berichteten. Die Diskussionsrunde, die erst bei Schließzeit des Veranstaltungsortes endete, zeugte von dem großen Bedarf an Austausch und Reflexion zu den Themen Frieden und Sicherheit in Europa.
Die Diskussion zeigt auf, dass die Ukraine vor großen Herausforderungen steht. Das Land hat am 30. September 2022 einen Antrag auf beschleunigte NATO-Mitgliedschaft unterzeichnet. Die NATO bestätigte zwar die prinzipielle Beitrittsperspektive der Ukraine, doch bleiben viele Fragen offen, vor allem hinsichtlich der militärischen Absicherung im Falle einer EU-Mitgliedschaft, wie der Bundeszentrale für politische Bildung hervorhebt.
Europa im Wandel
Der Krieg hat nicht nur die geopolitische Landschaft verändert, sondern auch die Sicherheitsarchitektur in Europa beeinflusst. Viele Staaten haben ihre Verteidigungsausgaben erhöht. So haben die bilateralen Sicherheitsabkommen (BSAs), die die Ukraine abgeschlossen hat, mit mehreren Ländern, darunter viele G7-Staaten, den Fokus auf eine langfristige Verteidigungsstrategie gelegt. Diese BSAs sind als Brücke zur NATO-Mitgliedschaft gedacht und sollen die ukrainische Selbstverteidigung stärken, auch wenn sie rechtlich nicht bindend sind, wie in der SWP-Analyse verdeutlicht wird.
Die sich verändernde Sicherheitslage zeigt sich auch im Engagement des Westens — insgesamt wurden 26 nicht bindende bilaterale Sicherheitsabkommen unterzeichnet. Diese Vereinbarungen sind für die Ukraine von strategischer Bedeutung und bieten nicht nur militärische Unterstützung, sondern auch Hilfestellungen bei der Entwicklung der Streitkräfte. Es bleibt allerdings ungewiss, inwieweit diese Abkommen als dauerhafte Lösung für die ukrainischen Sicherheitsbedenken fungieren können.
Der Vorstand der Europa-Union plant bereits weitere Veranstaltungen in der Teufelsmoorregion, um den Dialog zu fördern und das Bewusstsein für diese wichtigen Themen zu schärfen.