Am 24. November 2025 rückt das Thema Frühgeburtlichkeit ins Rampenlicht, nicht nur durch den Weltprematuritätstag, der am 17. November gefeiert wurde, sondern auch durch berührende Geschichten, die Mut und Hoffnung schenken. Die Geschichte von Anaïs, einer Mutter von der Insel Réunion, ist besonders eindrucksvoll. Ihre Erfahrungen könnten vielen betroffenen Familien Trost spenden und das Bewusstsein für die Herausforderungen von Frühgeborenen schärfen. Linfo berichtet, dass Anaïs im Dezember 2022 einen Sohn namens Ïlwane zur Welt brachte, der gerade mal 1.100 Gramm wog und bei nur sechs Monaten Schwangerschaft das Licht der Welt erblickte.

Die ersten Momente nach der Geburt waren für Anaïs besonders emotional. Nach Jahren voller Vorfreude musste sie ihren Sohn mehr als drei Stunden lang aus der Ferne beobachten, bevor sie ihn zum ersten Mal in die Arme schließen konnte. Was sie dabei sah, ließ ihr das Herz schwer werden: Ein kleiner Kämpfer, umgeben von medizinischen Geräten, kämpfte um sein Leben auf der neonatale Intensivstation, einem für viele Familien unbekannten, aber wichtigen Ort.

Frühchen – wahre Kämpfer

Frühchen werden oft als „Krieger“ beschrieben, und Anaïs teilt mit ihrer Geschichte die Kraft und Widerstandsfähigkeit, die viele von ihnen besitzen. „Ich habe in seinen Augen den Mut eines Kriegers gesehen“, sagt sie, während sie von den ständigen Kämpfen ihres Sohnes erzählt, der mehrere Episoden von Tachykardie überstehen musste und auf eine Sonde zur Ernährung angewiesen war. Doch die kompetente und einfühlsame Betreuung des medizinischen Personals machte eine immense Differenz in diesen schweren Zeiten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat anlässlich des Weltprematuritätstags einen neuen Leitfaden zur Verbesserung der Versorgung von Frühgeborenen veröffentlicht. Laut WHO gibt es jedes Jahr etwa 15 Millionen Frühgeburten weltweit, und die meisten dieser kleinen Babys überleben in einkommensschwachen Ländern nicht lange. Der Leitfaden zielt darauf ab, die Überlebenschancen durch den Einsatz der effektiven „Mutter-Känguru“-Methode zu erhöhen, die Hautkontakt und Stillen betont, was die Überlebensrate von Frühgeborenen um über 30 % verbessert.

Hoffnung und Fortschritte

Mit jeder Woche, die Ïlwane in der Intensivstation verbrachte, näherte sich der Tag, an dem er mit seiner Mutter nach Hause gehen konnte. Heute, fast drei Jahre später, ist der kleine Kämpfer gesund und hat keine bleibenden Schäden oder Krankheiten. Anaïs nutzt ihre Erfahrungen, um anderen betroffenen Familien beizustehen und ihnen Mut zu machen: „Es ist wichtig, die Liebe und Unterstützung des medizinischen Teams zu würdigen, die einen wesentlichen Teil auf dem Weg zur Genesung spielen“, betont sie.

Die Herausforderungen, die Frühgeborene wie Ïlwane bewältigen müssen, sind enorm. Laut Fachartikeln haben Frühgeborene ein höheres Risiko für Entwicklungsstörungen und Infektionen. Der neue WHO-Leitfaden bietet klare Handlungsempfehlungen zur Stärkung der Versorgung in verschiedenen Gesundheitseinrichtungen und stellt sicher, dass kein Neugeborenes aufgrund von preventablel Ursachen sterben sollte.

Das Engagement von Anaïs und anderen Eltern zeigt, wie wichtig es ist, das Bewusstsein für Frühgeburten und die damit verbundenen Herausforderungen zu schärfen. Ihre Geschichte ist nicht nur ein Zeugnis des Überlebens, sondern auch eine wertvolle Erinnerung, dass mit Liebe, Geduld und erstklassiger medizinischer Betreuung jede Herausforderung bewältigt werden kann.