In Dijon tut sich derzeit viel rund um das Thema streunende Katzen. Immer mehr dieser schnurrenden Geschöpfe bevölkern die Stadt, und das bringt einige Herausforderungen mit sich. Krankheiten und die ständige Gefahr durch Straßenbahnen und Busse sind nur einige der Probleme, die sowohl die Tiere selbst als auch die Anwohner betreffen. Doch es gibt eine Lösung: Die Sterilisation der streunenden Katzen. Mehrere Organisationen haben sich zusammengeschlossen, um diese Mission zu unterstützen und den Bürger:innen zu helfen, ihre Verantwortung zu erkennen und aktiv zu handeln. Wie France Bleu berichtet, werden in katzenreichen Stadtteilen regelmäßige Aktionen durchgeführt, wobei der Park Jeanne Baret, bekannt für das eindrucksvolle Chatabris, als zentraler Treffpunkt dient.
Das Chatabris ist nicht einfach nur ein Haus für streunende Katzen; ein großer grauer Kater ziert die Fassade und ist das Wahrzeichen dieses besonderen Ortes. Hier engagieren sich viele Freiwillige. Ein Beispiel ist Annie, die sich um die nicht sterilisierten Katzen kümmert, insbesondere um eine namens Siam, die schon zahlreiche Nachkommen zur Welt gebracht hat. Für Annie ist es nicht nur eine Aufgabe, sondern eine Herzensangelegenheit, die häufig mit emotionalen Herausforderungen verbunden ist. Sie möchte die Situation langfristig verbessern.
Michelle und ihre Nachbarinnen versorgen monatlich rund zehn streunende Katzen, was ihnen fast 400 Euro an Kosten beschert. Das ist eine enorme Belastung für viele, doch mit Hilfe von gemeinsamen Projekten kann nun Unterstützung gewonnen werden.
Gemeinsame Anstrengungen für eine bessere Zukunft
Die Stadt Dijon erhält 26.000 Euro aus einem staatlichen Fördertopf, um die Sterilisationsmaßnahmen voranzutreiben. Unterstützt werden die Aktionen von vier verschiedenen Organisationen, darunter Les Chats du Cœur, die alles daran setzen, eine nachhaltige Lösung für das Katzenproblem zu finden. Nicht nur die Katzen selbst profitieren, sondern auch die Bürger:innen, die durch diese Maßnahmen in der gemeinsamen Verantwortung gestärkt werden. Curly et Compagnie hebt hervor, dass die Sterilisationen in einem definierten geografischen Bereich durchgeführt werden, konkret in den Vierteln Varennes, Toison d’Or und Joffre. Es gibt sogar ein Formular, um streunende Katzen zu melden, um die Proliferation zu begrenzen und eine harmonische Koexistenz zu fördern.
Fabien Robert, der Delegierte der Stadt für Tierschutz, koordiniert die Sterilisationsmaßnahmen und sorgt dafür, dass die Projekte voran kommen. Er wünscht sich, dass die Anwohner:innen aktiv werden und sie vor der Geburt neuer Kätzchen kontaktieren. Nichts wäre schlimmer, als durch eine verzögerte Intervention noch mehr Katzen auf den Straßen zu sehen.
Blick über die Grenzen hinaus
Das Thema streunende Katzen ist nicht nur auf Dijon beschränkt. Ein Blick über die Grenzen nach Riga in Lettland zeigt, dass es auch dort große Probleme mit obdachlosen Tieren gibt. Die Organisation Kitty Street hat sich dort seit ihrer Gründung 2016 zur Aufgabe gemacht, soziale und umweltfreundliche Programme für Katzen zu schaffen. Sie bauen Notunterkünfte, bieten Fütterungen und medizinische Versorgungen an und setzen sich aktiv für die Sterilisierung ein. Trotz harter wirtschaftlicher Bedingungen und eines enormen Anstiegs obdachloser Katzen, sind sie ein Beispiel für lokale Initiativen, die in schwierigen Zeiten nicht aufgeben.
Insgesamt zeigt die Initiative in Dijon, wie wichtig es ist, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Die Verantwortung für die streunenden Katzen zu tragen, muss ein gemeinsames Ziel der Bürger:innen und Institutionen sein. Weitere Informationen und Möglichkeiten zur Unterstützung finden Interessierte in den jeweiligen Organisationen.