Die Polizei Peine warnt eindringlich vor einer aktuellen Betrugsmasche im Internet, die als Job-Scamming bekannt ist. Dabei kopieren oder verfälschen Täter die Webseiten real existierender Unternehmen und veröffentlichen gefälschte Stellenanzeigen. Diese betrügerischen Jobangebote finden sich häufig auf Online-Jobbörsen, sozialen Netzwerken oder werden über Messenger-Dienste verbreitet. Für Arbeitssuchende ist es oft schwer zu erkennen, dass es sich hierbei nicht um echte Arbeitsangebote handelt, sondern um gezielte Betrugsdelikte.
Matthias Pintak von der Polizei erklärt, dass die Kriminellen die digitale Distanz und Anonymität ausnutzen, um ihre Machenschaften durchzuführen. Typische Merkmale dieser Angebote sind überdurchschnittlich hohe Verdienstmöglichkeiten bei geringem Arbeitsaufwand und die Anforderung, keine besonderen Qualifikationen mitzubringen. Die Kommunikation erfolgt fast ausschließlich digital, oft ohne persönliches Bewerbungsgespräch, was die Vertrauenswürdigkeit weiter infrage stellt.
Gefahren und Warnsignale
Betroffene werden häufig aufgefordert, sich mit ihrem Ausweis zu legitimieren, beispielsweise über Skype. Dabei werden die erlangten Daten missbraucht, um Konten zu eröffnen oder Verträge abzuschließen, die für weitere Straftaten genutzt werden. Die häufigsten „Tätigkeiten“, die angeboten werden, umfassen Paketweiterleitung, das Schreiben von Online-Bewertungen, die Verwaltung von Kryptowährungen und diverse Homeoffice-Jobs. Im Verlauf des Betrugs verlangen die Täter oft Gebühren für Schulungen, Software oder „Freischaltungen“ und fordern sensible Daten wie Ausweiskopien und Bankinformationen.
Die Verbraucherzentrale Niedersachsen weist darauf hin, dass sich viele Verbraucher über Internetportale auf Stellenangebote bewerben. Auch hier erfolgt die Kommunikation mit vermeintlichen Arbeitgebern ausschließlich per E-Mail oder WhatsApp. Ein Beispiel verdeutlicht die Vorgehensweise: Ein Verbraucher bewirbt sich als technischer Support bei einer Firma mit der Webseite conducting-ist.de. Die erste Aufgabe besteht darin, ein Konto zu eröffnen und den Vorgang zu dokumentieren. Tatsächlich handelt es sich um eine gefälschte Stellenanzeige, und der Verbraucher kann rechtzeitig Identitätsmissbrauch verhindern.
Identitätsdiebstahl und Task Scamming
Ein weiteres Beispiel zeigt, wie perfide die Betrüger agieren: Eine Verbraucherin bewirbt sich auf eine Marketingstelle bei einer angeblichen Immobilienfirma. Sie erhält ohne Vorstellungsgespräch einen Arbeitsvertrag, und um eine Firmenkreditkarte zu erhalten, wird sie aufgefordert, sich per PostIdent mit ihrem Ausweis zu legitimieren. Auch diese Anzeige ist gefälscht, und unter der angegebenen Adresse befindet sich ein Autohaus. Die Verbraucherin geht nicht auf das Angebot ein, da sie Identitätsmissbrauch befürchtet.
Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ergänzt, dass die Masche des „Task Scamming“ auch immer häufiger anzutreffen ist. Hierbei handelt es sich um einen Vorkasse-Betrug, der zu erheblichen finanziellen Schäden führen kann. Kriminelle nutzen gefälschte Stellenanzeigen, um an sensible Daten zu gelangen. Oft müssen Bewerber:innen ein Video-Ident-Verfahren bei einer Partnerbank durchführen, wodurch auf ihren Namen Konten eröffnet werden, die dann für Geldwäsche oder als Empfängerkonten für Fake-Shops genutzt werden.
Schutzmaßnahmen und Handlungsempfehlungen
Die Polizei rät eindringlich, niemals im Voraus Geld für einen Job zu zahlen und keine sensiblen Daten an Unbekannte weiterzugeben. Unternehmen sollten eigenständig überprüft werden, und verdächtige Angebote sollten umgehend gemeldet werden. Warnzeichen für Betrug sind Vorabzahlungen, Kommunikation über Messenger, sprachliche Fehler und ungewöhnliche Formulierungen. Webseiten können täuschend echt wirken, weisen aber oft kleine Abweichungen in der Internetadresse auf.
Was tun, wenn man betroffen ist? Bei der Übermittlung persönlicher Daten oder der Kontoeröffnung sollten Betroffene sofort ihre Bank kontaktieren, um das Konto sperren zu lassen und den Vorfall zu melden. Außerdem ist es ratsam, bei der Polizei Anzeige wegen Identitätsdiebstahls und Betrugs zu erstatten und alle Kommunikationswege zu dokumentieren. Ein kostenloser Identitätsdiebstahl-Warnhinweis kann bei Auskunfteien wie der SCHUFA hinterlegt werden, um zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen.
Um sich vor solchen Betrugsmaschen zu schützen, ist es wichtig, wachsam zu bleiben und bei Zweifeln an der Seriosität eines Jobangebots lieber Vorsicht walten zu lassen. Die Risiken sind real, und der Schutz der eigenen Identität sollte stets oberste Priorität haben.
Für weiterführende Informationen zu diesem Thema können Sie die Artikel der Polizei Peine, der Verbraucherzentrale Niedersachsen und der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz konsultieren.