Am heutigen Tag, dem 13. November 2025, denkt Frankreich an die tragischen Ereignisse des 13. November 2015. Eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts Ifop, veröffentlicht am 10. November 2025, beleuchtet die Veränderungen in der Wahrnehmung und Erinnerung der französischen Bevölkerung zu den Anschlägen, die Paris und die ganze Nation erschütterten.
Die Umfrage ergab, dass 60% der Pariser:innen sich genau an ihre Aktivitäten am Abend der Anschläge erinnern, während der deutschlandweite Durchschnitt bei 42% liegt. Besonders in den 10. und 11. Arrondissements hat sich die Erinnerung als stark stabilisiert, mit 66% der dortigen Bewohner:innen, die eine „Flash-Erinnerung“ an die Ereignisse haben. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die schockierenden Ereignisse nach wie vor tief im Gedächtnis verankert sind.
Von Wut zu Trauer
Die Emotionen, die die Franzosen seit den Anschlägen empfinden, haben sich gewandelt. Der Anteil derjenigen, die sich ärgern, ist seit 2016 um 10 Punkte auf 47% gesunken. Im Gegensatz dazu ist die Trauer um 6 Punkte auf 46% gestiegen. Auch die Solidarität hat abgenommen, während die Angst zugenommen hat. So berichteten 23% der Befragten, dass sie Angst verspüren, was einem Anstieg von 10 Punkten entspricht. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die kollektiven Gefühle und Reaktionen auf die Brutalität des Terrors über die Jahre hinweg verändert haben.
Besonders eindrucksvoll ist die Erkenntnis, dass 82% der Franzosen und sogar 88% der Pariser:innen die Wichtigkeit der Erinnerung an die Anschläge betonen. Dieses Bedürfnis nach Gedenken spiegelt sich auch in der steigenden Anzahl von Menschen wider, die ihre täglichen Gewohnheiten aufgrund der Ereignisse verändert haben. Besonders auffällig ist, dass 28% der Pariser:innen und 41% der 25- bis 34-Jährigen ihre Lebensweise angepasst haben.
Ein Akt des Krieges?
Eine weitere interessante Zahl aus der Umfrage ist die Überzeugung, dass die Anschläge als ein Akt des Krieges betrachtet werden. 83% der Franzosen und 77% der Pariser:innen vertreten diese Ansicht. Diese Sichtweise könnte auch durch den zunehmenden Einfluss des Terrorismus in der Öffentlichkeit genährt werden, denn 60% der Befragten sind der Meinung, dass solche Ereignisse ihr Leben für immer beeinflussen werden.
Das Podium im Podcast „Terrorismus – Strategie des Schreckens“ hat angemerkt, dass die Perspektive der Opfer oft vernachlässigt wird. Fachleute warnen davor, dass mehr Sensibilität gegenüber den Betroffenen und ihren Lebensgeschichten nötig sei. Das Gedenken müsse auch die Betroffenen mit einbeziehen und deren Stimmen hörbar machen, um ein umfassendes Bild der Auswirkungen von Terroranschlägen zu zeichnen berichtet die bpb.
Insgesamt zeigt die Ifop-Umfrage, wie sich die tragischen Ereignisse in Paris auf die Emotionen, das tägliche Leben und das gesellschaftliche Bewusstsein auswirken. Während die Franzosen weiterhin einen solidarischen und gedenkenden Ansatz verfolgen möchten, gaukelt die zunehmende Angst auch eine bedrückende Realität. In der Zukunft wird es entscheidend sein, wie diese Erinnerungen weitergepflegt und in der Gesellschaft verankert werden stellt BFM TV fest.
In diesen grauen und tristen Momenten der Erinnerung bleibt die Herausforderung, nicht nur den Opfern zu gedenken, sondern auch der Lebenskraft nach dem Terror eine Stimme zu geben.