Die Stadt Rotenburg vergibt im Jahr 2026 einen besonderen Ehrenpreis, der sich an Menschen richtet, die sich unentgeltlich und außerhalb von Vereinen für das Gemeinwohl engagieren. Diese Auszeichnung wurde vor zwölf Jahren von Susanne Kuppler ins Leben gerufen, um humanitäre Hilfe zu würdigen und den stillen Helden in der Gemeinde ein Gesicht zu geben. Vorschläge für den Preis können bis zum 15. April 2026 eingereicht werden. Wer sich für den Preis interessiert, sollte wissen, dass die vorgeschlagene Person aus Rotenburg kommen oder dort aktiv sein muss und sich freiwillig für andere engagiert. Ehrenamtler von Vereinen sind von der Nominierung ausgeschlossen. Beispiele für Engagement umfassen Nachbarschaftshilfe, private Einsätze von Feuerwehrmännern sowie Unterstützung für Geflüchtete.

Die Preisträger dürfen sich auf eine Ehrungsveranstaltung Ende Mai 2026 freuen, bei der sie eine Laudatio, eine Urkunde und ein Geschenk erhalten. Ein Gremium aus neun Mitgliedern, darunter Vertreter aus Bildung, Kirche und sozialen Bereichen, wird die Nominierungen prüfen. Bürgermeister Torsten Oestmann gehört ebenfalls zu diesem Gremium. Kuppler hat die Rotenburger Bürger dazu aufgerufen, engagierte Menschen vorzuschlagen, um deren unerkannte Leistungen sichtbar zu machen. Diese Initiative dient dazu, das soziale Engagement in der Gemeinde zu stärken und wertzuschätzen.

Vielfältige Auszeichnungen für Ehrenamtliches Engagement

Das Engagement in Rotenburg ist Teil eines größeren Trends in Deutschland, wo fast 30 Millionen Menschen in ihrer Freizeit für das Gemeinwohl aktiv sind. Auch außerhalb von Rotenburg gibt es zahlreiche Auszeichnungen, die ehrenamtliches Engagement würdigen. So wird beispielsweise das Ehrenamts-Diplom an Bürger ab 14 Jahren vergeben, die über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten engagiert sind und mindestens fünf Stunden pro Woche in sozialen Bereichen tätig sind. Die Dokumentation des Engagements erfolgt in einer Urkunde, und die Ausgezeichneten erhalten einen Ehrenamts-Pin mit der Aufschrift „Engagiert in Mecklenburg-Vorpommern“.

Darüber hinaus gibt es die Ehrennadel der Ministerpräsidentin, die an besonders engagierte Bürger für nachhaltiges Engagement verliehen wird, sowie den Verdienstorden des Landes MV, der für besondere Verdienste um das Land und seine Bevölkerung vergeben wird. Diese und viele weitere Auszeichnungen, wie der Johannes-Stelling-Preis oder die Rettungsmedaille, zeigen die Vielfalt an Möglichkeiten, wie bürgerschaftliches Engagement in Deutschland gewürdigt wird. Insgesamt existieren derzeit etwa 650 Auszeichnungen für ehrenamtliches Engagement in Deutschland, was die Bedeutung und den Stellenwert von ehrenamtlicher Arbeit in unserer Gesellschaft unterstreicht.

Engagement als Gesellschaftsform

Die Initiative der Stadt Rotenburg und die Vielzahl von Auszeichnungen auf Landes- und Bundesebene sind Teil eines umfassenderen Kontexts, in dem Ehrenamtlichkeit eine zentrale Rolle spielt. Der Deutsche Engagementpreis, der seit 2009 unterschiedliche Wettbewerbe miteinander verbindet, ist eine der wichtigsten Auszeichnungen für ehrenamtliches Engagement in Deutschland. Organisatoren können Erstplatzierte für diesen Preis vorschlagen, und die Jury vergibt Preise in verschiedenen Kategorien. Im Jahr 2022 wurden unter anderem die Initiativen „Pinkstinks“ und „Über den Tellerrand“ ausgezeichnet, die sich für Demokratie und grenzüberschreitende Zusammenarbeit einsetzen.

Mit all diesen Initiativen und Auszeichnungen wird deutlich, wie wichtig es ist, das Engagement von Menschen zu fördern und zu würdigen. Die Stadt Rotenburg mit ihrem Ehrenpreis 2026 leistet dabei einen wertvollen Beitrag, um unerkannte Leistungen in der Gesellschaft sichtbar zu machen und das soziale Miteinander zu stärken.