Die Chipkrise trifft die deutsche Autozulieferindustrie hart und sorgt für Unruhe in den Produktionshallen. Besonders betroffen ist der bekannte Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen, der nun an einigen Standorten Kurzarbeit in Betracht zieht. Dies meldet der Merkur. Hintergrund sind massive Engpässe bei der Lieferung von Halbleitern, ausgelöst durch den Incap meiner Schigitalen Darsteller in den Niederlanden.
Besonders die Übernahme von Nexperia durch die niederländische Regierung hat die Situation verschärft, was in der Folge die Belieferung der Autozulieferkette erheblich beeinträchtigt. Diese Umstände führen dazu, dass ZF Friedrichshafen, zurzeit mit etwa 161.600 Mitarbeitern und 168 Produktionsstandorten weltweit, nun auch für den wichtigsten Standort in Deutschland, eine mögliche Kurzarbeit prüft. Sowohl in Friedrichshafen als auch in anderen Bereichen wird das Unternehmen mit einer Sanierungsphase konfrontiert, die bis zu 14.000 Stellen kosten könnte, so die WDR.
Dringender Handlungsbedarf
Nachdem auch Bosch kürzlich am Standort Salzgitter Kurzarbeit für über 1.000 Mitarbeiter angemeldet hat, wächst der Druck auf ZF. Das Unternehmen hat schon früher Kurzarbeit arangiert, jedoch wurde diese bei der Agentur für Arbeit noch nicht offiziell angemeldet. Unklar ist momentan, welche Standorte insbesondere in Nordrhein-Westfalen von den neuen Maßnahmen betroffen sein könnten. In der Region hängen etwa 180.000 Jobs von der Autoindustrie ab, was die Situation zusätzlich brisant macht.
Der Unternehmenssprecher von ZF betont jedoch, dass das Unternehmen vorerst lieferfähig bleibt, jedoch bei weiteren Unterbrechungen in den Kunden-Lieferketten mit Produktionsstillständen rechnen müsse. ZF hat bereits eine Taskforce eingerichtet, um die Lieferketten zu stabilisieren und alternative Lösungen zu prüfen. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die Auswirkungen der Chipkrise abzufedern, die in den letzten Jahren zu erheblichen Unternehmenseinbußen geführt hat.
Die Zukunft der Branche
Die Situation wirft einen Schatten auf die gesamte Automobilzufieferer-Industrie, wie der Professor Stefan Bratzel warnt. Sollte es zu längeren Produktionsstopps kommen, stehen viele Arbeitsplätze in der Branche auf der Kippe. Die Turbulenzen verursacht durch Nexperia werden die Entwicklung in den nächsten Monaten und Jahren entscheidend beeinflussen. ZF, sowohl als Vorreiter in der Branche als auch als großer Arbeitgeber in Deutschland, wird zusehen müssen, wie es diesen Herausforderungen begegnen kann.
Das Unternehmen steht vor einem harte Weg; Regional betrachtet müssen wir alle hoffen, dass die Chipkrise bald ein Ende findet und die Industrie wieder ins Rollen kommt. Denn was wäre Köln ohne seine stark verankerte Autoindustrie und die vielen Arbeitsplätze, die damit verbunden sind?