Im Rückblick auf das Wasserstoffjahr 2025 lässt sich feststellen, dass es ein Jahr voller wichtiger Meilensteine für die Wasserstofftechnologie war. Angefangen im Januar mit dem Start des Großversuchs zur Wasserstoff-Speicherung in Salzkavernen in Etzel, wo im Projekt H2CAST 90 Tonnen Wasserstoff erfolgreich in zwei umgerüstete Salzkavernen eingespeichert wurden. Diese ersten Schritte markierten den Abschluss der Phase „H2CAST Ready“ und den Beginn der nächsten Phase zur Gewährleistung der Wasserstoffqualität. H2-News berichtet, dass …

Im Februar begann der Baustart eines 100-MW-Elektrolyseurs in Salzgitter, der Teil des SALCOS-Programms ist. Ab 2026 wird dieser Elektrolyseur jährlich 9.000 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren und soll zur CO₂-freien Reduktion von Eisenerz in einer Direktreduktionsanlage beitragen. Diese Entwicklungen setzen einen klaren Fokus auf die nachhaltige Nutzung von Wasserstoff in der Industrie.

Technologische Fortschritte

Der März war geprägt durch die Inbetriebnahme des größten PEM-Elektrolyseurs in Deutschland mit einer Leistung von 54 MW, der von BASF in Ludwigshafen installiert wurde. Mit dieser Anlage sollen bis zu einer Tonne Wasserstoff pro Stunde produziert und in das Wasserstoff-Netz eingespeist werden. Auch die erste Befüllung der Wasserstoff-Pipeline zwischen Lingen und Bad Bentheim wurde in diesem Monat durchgeführt.

Im April erhielt Air Liquide als erstes Unternehmen in Deutschland die RFNBO-Zertifizierung für ihren 20-MW-Elektrolyseur in Oberhausen, was bedeutete, dass der erzeugte Wasserstoff nun auf die Treibhausgasminderungsquote angerechnet werden kann.

Im Mai wagte BASF einen weiteren Schritt und startete als erstes Unternehmen in Mitteleuropa die Produktion von erneuerbarem Ammoniak in Ludwigshafen. Hierbei wird grüner Wasserstoff in die Ammoniakanlage eingespeist, um den Erdgasverbrauch zu reduzieren und damit ein deutliches Zeichen für die Energiewende zu setzen.

Der Juni brachte weitere Fortschritte: Die Eröffnung der Elektrolyseur-Gigafactory in Erfurt, die zunächst eine Produktionskapazität von etwa einem Gigawatt aufweist, und die Inbetriebnahme der größten Power-to-Liquid-Anlage Europas (ERA ONE) durch Ineratec im Industriepark Frankfurt-Höchst. Diese Anlage soll jährlich bis zu 2.500 Tonnen e-Fuels aus CO₂ und Wasserstoff produzieren.

Atlas für Wasserstoff-Standorte

Besonders spannend ist der neue Wasserstoff-Potenzialatlas des Fraunhofer ISE, der ab sofort kostenlos verfügbar ist. Dieser Atlas identifiziert und bewertet potenzielle Standorte für die Erzeugung von grünem Wasserstoff durch Elektrolyse. Er berücksichtigt dabei den Wasserstoffbedarf der chemischen und Stahlindustrie sowie des Verkehrssektors. Erneuerbare Energien berichtet, dass …

Ein weiterer Aspekt des Atlas ist die Einbeziehung regionaler Verfügbarkeiten erneuerbarer Energien sowie der Nutzung von Koppelprodukten, wie etwa Sauerstoff und Wärme, die sowohl den Energieverbrauch senken als auch den ökologischen Fußabdruck verbessern können. Diese Informationen sind besonders wertvoll für Projektentwicklungen, Energieversorger, Kommunen und Behörden, denn sie stellen eine Grundlage für Investitionsentscheidungen dar.

Die Norddeutschen Standorte zeichnen sich durch Kostenvorteile aus, da dort die Verfügbarkeit von Windenergie besonders hoch ist. Die präferierten Elektrolysestandorte befinden sich idealerweise auf ehemaligen Flächen fossiler Kraftwerke oder Industrieparks mit bereits bestehender Infrastruktur. Auch ländliche Regionen profitieren vom Einsatz von Wasserstoff im öffentlichen Personennahverkehr.

Insgesamt zeigt 2025, dass die Entwicklung und Implementierung von Wasserstofftechnologien nicht nur notwendig, sondern auch machbar ist. Ein gutes Händchen in der Planung und Umsetzung könnte Deutschland auf den richtigen Kurs in eine nachhaltige Energiezukunft bringen. Fraunhofer ISE bietet mit ihrer Expertise einen umfassenden Einblick …