Im beschaulichen Möllenbeck, einem Stadtteil von Rinteln im Landkreis Schaumburg, braut sich etwas Aufregendes zusammen: Ein wahrhaftiger Glücksgriff für die Archäologie. Alexander Köster, ein leidenschaftlicher Sondengänger, hat vor wenigen Wochen etwas ganz Besonderes entdeckt – eine „Benno-Brosche“, die nun die Herzen der numismatischen Gemeinde höher schlagen lässt. SZLZ berichtet, dass die Brosche auf das späte 11. oder 12. Jahrhundert datiert wird und mit ihren daumennagelgroßen Ausmaßen nur zu zwei Dritteln erhalten ist.
Möllenbeck kann auf eine lange, wenn auch unvollständige Geschichte zurückblicken. Bereits im Jahr 896 wurde hier ein Kloster gegründet, und die Wüstung Ottbergen, die im frühen 10. Jahrhundert mit zwei beeindruckenden ottonischen Rundtürmen aufwarten konnte, zeugt von vergangener Pracht. Doch die Siedlung hatte mit Herausforderungen zu kämpfen und wurde 1350 nach dem verheerenden Magdalenen-Hochwasser verlassen.
Die Entdeckung der Benno-Brosche
Die Benno-Brosche gehört zu den seltenen Funden aus der Region und ist nur einer von weniger als 40 Exemplaren, die bisher entdeckt wurden. Daniel Lau, Kommunalarchäologe, beschreibt sie als herausragenden und äußerst bedeutenden Fund, der die dritte seiner Art aus Ottbergen darstellt. Die Vorderseite der Brosche ist mit einer Vergoldung versehen, die eine Inschrift trägt: „Benno me fecit“, umrahmt von einem Abbild von Kaiser Heinrich III. Dies deutet auf die Herkunft der Brosche hin und gilt als Indiz für die hohe Bedeutung dieser Entdeckung.
Die Freude über diese Entdeckung wird noch getoppt, denn Willi Köster plant, die Brosche dem Museum als Dauerleihgabe zur Verfügung zu stellen. Bald wird sie in einer Ausstellung zu sehen sein – ein Highlight für alle Geschichts- und Archäologiefans in der Region. Im Museum wurden bereits vor vier Jahren ähnliche Fundstücke präsentiert, darunter die älteren Versionen der Benno-Brosche und ein goldener Ring.
Ein Blick über die Grenzen
Die Benno-Brosche ist nicht nur lokal von Interesse, sondern reiht sich in Reihe bedeutender numismatischer Funde aus ganz Europa ein. In einem Artikel des Numismatischen Nachrichtenblatts finden sich beispielsweise weitere Fundorte von numismatischen Stücken, die von Lesefunden über Ausgrabungen bis hin zu unentdeckten Stücken in verschiedenen Museen reichen. Dies zeigt das reiche kulturelle Erbe, aus dem die Möllenbecker Brosche stammt.
Zur systematischen Erfassung solch bedeutender Funde wurde der Münzfundkatalog entwickelt, welcher von der Numismatischen Kommission erstellt wurde. Der Katalog umfasst Daten zu über 25.500 Münzkomplexen und fast 60.000 Einzelerfassungen, die die Geschichte der Münzfunde in Deutschland widerspiegeln und somit einen einzigartigen Überblick über die numismatische Landschaft bieten.
Was für eine spannende Zeit für die Archäologen und Geschichtsfreunde in der Region! Die Entdeckung der Benno-Brosche in Möllenbeck ist nicht nur ein Glücksfall für Sondengänger Köster, sondern auch ein bedeutender Schritt für die Erforschung der Geschichte der Region. Wir dürfen gespannt sein, was noch an Überraschungen in den kommenden Monaten zutage treten wird!