In Möllenbeck, einem kleinen Ort in der Stadt Rinteln, ist eine spannende Entdeckung gemacht worden: Willi Köster aus Ahnsen hat letzten Samstag eine außergewöhnliche Münzbrosche gefunden, die als „Benno-Brosche“ bekannt ist. Diese interessante Entdeckung wirft nicht nur ein Licht auf die Geschichte des Weserraums, sondern beleuchtet auch die archäologischen Aktivitäten in dieser Region. Laut szlz.de ist die Benno-Brosche auf das späte 11. oder 12. Jahrhundert datiert. Sie misst nur daumennagelgroß und kommt in einem unvollständigen Zustand, da sie lediglich zu zwei Dritteln erhalten ist.
Die Brosche, aus Messing gegossen, hat eine vergoldete Vorderseite und trägt die Inschrift „Benno me fecit“ um das Abbild von Kaiser Heinrich III. Das deutet darauf hin, dass diese Broschenart, die in ganz Europa zu finden ist, eine gewisse Seltenheit aufweist: Bislang sind weniger als 40 Exemplare bekannt. Daniel Lau, Kommunalarchäologe, empfindet die Benno-Brosche als herausragenden Fund und bestätigt, dass dies bereits die dritte ihrer Art aus Ottbergen ist. Ihre Bedeutung wird durch die Tatsache erhöht, dass sie nun als Dauerleihgabe im Museum zur Ausstellung kommen soll.
Geschichte der Region Möllenbeck
Die Region rund um Möllenbeck hat eine interessante, wenn auch unvollständige Siedlungsgeschichte. Möllenbeck wurde bereits im Jahr 896 gegründet, als hier ein Kloster angesiedelt wurde. Im Frühmittelalter existierte in diesem Gebiet auch die Wüstung Ottbergen, in der es bereits im 11. Jahrhundert eine Kirche gab. Diese Siedlung wurde um 1350 verlassen, vermutlich als Folge des „Magdalenen-Hochwassers“ 1342, dessen Auswirkungen bis heute historische Nachwirkungen zeigen. Einige Steine der früheren Kirche wurden sogar zum Bau der nahegelegenen Ellerburg verwendet.
Die archäologische Erkundung dieser Region hat in den letzten Jahren zugenommen. Sondengänger, die im vermuteten Bereich von Ottbergen nach wertvollen Fundstücken suchen, haben schon mehrfach bemerkenswerte Stücke entdeckt. Vor vier Jahren präsentierte das Museum bereits zwei bedeutende Funde: die erwähnte Benno-Brosche und einen goldenen Ring. Letzterer zeigt, wie reiche historische Schätze hier verborgen sind und nur darauf warten, entdeckt zu werden.
Ein Blick auf die Münzfunde
Die Benno-Brosche ist nicht der einzige Fund von Bedeutung. Der Münzfundkatalog der Numismatischen Kommission bietet einen Überblick über die zahlreichen numismatischen Funde in Europa. Hier sind nicht nur die genannten Münzen aus dem Weserraum dokumentiert, sondern auch Funde aus Ländern wie Dänemark, Albanien und Ungarn. Die Datenbank umfasst mittlerweile ca. 25.500 Münzkomplexe und nahezu 60.000 Einzelerfassungen.
Die Benno-Brosche ist demnach Teil einer viel größeren Erzählung über Geschichte, Kultur und all die Schätze, die in der Erde unseres Landes verborgen sind. Wer weiß, welche Schätze noch auf die Entdeckung warten? Eines steht fest: Die Begeisterung für die Archäologie und die Geschichte bleibt lebendig – besonders hier in Möllenbeck.



