In Schaumburg wird das Erinnern an die Zeit des Nationalsozialismus aktiv gefördert. Mehrere Klassen der Berufsbildenden Schulen Stadthagen (BBS) haben kürzlich die Wanderausstellung „…auf deutschem Boden für die ganze Welt – Niedersachsen im Nationalsozialismus“ in der Rathauspassage besucht. Diese Besuche fanden im Rahmen des Religionsunterrichts statt und wurden von den Religionslehrkräften Insa Ziolko und André Bockelmann organisiert und begleitet. Die Ausstellung, konzipiert von der Gedenkstätte Bergen-Belsen, beleuchtet die Entwicklung des Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945, mit einem besonderen Fokus auf regionale Ereignisse und historische Orte in Niedersachsen. Die BBS hebt dabei die Verflechtung lokaler Geschehnisse mit den allgemeinen Entwicklungen des NS-Regimes hervor.
In den Ausstellungsräumen wurde zusätzlich eine zweite Präsentation zu Opfern der NS-Zeit in Schaumburg gezeigt, die vom Förderverein der ehemaligen Synagoge Stadthagen gestaltet wurde. Dr. Lena Sebening vom Fachbereich Didaktik der ehemaligen Synagoge empfing die Klassen und bot den Schülern die Möglichkeit, ein vertieftes Verständnis für historische Zusammenhänge und persönliche Schicksale in Niedersachsen und Schaumburg zu entwickeln. Besonders aktiv waren die Schüler der 13. Klasse des Beruflichen Gymnasiums, die an der zentralen Gedenkveranstaltung des Fördervereins anlässlich des internationalen Holocaustgedenktages teilnahmen. Bei dieser Veranstaltung legten sie weiße Rosen an Stolpersteinen ab und besuchten den jüdischen Friedhof. Die zentrale Veranstaltung fand in der Aula des Ratsgymnasiums statt und bot Musik- und Textbeiträge.
Eröffnung der neuen Ausstellung in Bergen-Belsen
Die Gedenkstätte Bergen-Belsen wird am 16. Juni 2024 eine neue Ausstellung mit dem Titel „Ein Tatort: Bergen-Belsen“ eröffnen, die sich mit der Täterschaft und Tatbeteiligung in Bergen-Belsen auseinandersetzt. Diese Ausstellung beleuchtet die verschiedenen Motivationen für nationalsozialistische Verbrechen und wird bis zum 15. Dezember 2024 in der Gedenkstätte zu sehen sein. Nach diesem Datum wird sie an anderen Orten gezeigt. Die niedersächsische Kultusministerin Julia Willie Hamburg wird zur Eröffnung ein Grußwort halten, gefolgt von einem Gespräch mit Dr. Elke Gryglewski, Karen Polak und Katrin Himmler über die Bedeutung der Auseinandersetzung mit Täterschaft.
Zusätzlich werden öffentliche Führungen durch die Ausstellung angeboten. Diese finden am Sonntag, 4. August 2024, am Samstag, 17. August 2024 und am Samstag, 21. September 2024, jeweils um 14:30 Uhr statt. Die Führungen sind kostenfrei und in deutscher Lautsprache, jedoch ist eine Anmeldung über das Buchungsportal der Gedenkstätte erforderlich. Es wird darauf hingewiesen, dass Personen mit extremistischen Ansichten der Zutritt verweigert werden kann.
Gedenken und Erinnerungskultur
Die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus ist von enormer Bedeutung, nicht nur in Niedersachsen, sondern auch in ganz Deutschland und darüber hinaus. Gedenkstätten, wie die in Bergen-Belsen, spielen eine zentrale Rolle in der Erinnerungskultur und der Aufarbeitung der Verbrechen des NS-Regimes. In Deutschland gibt es zahlreiche Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus, die dazu beitragen, die Erinnerung an die Vergangenheit lebendig zu halten und zukünftige Generationen zu sensibilisieren.
Eine Vielzahl von Gedenkstätten und Mahnmalen existiert in Österreich und Deutschland, die an die Gräueltaten des NS-Regimes erinnern. Diese Orte sind nicht nur für die Trauer und das Gedenken an die Opfer gedacht, sondern auch für die Bildung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit. So wird in Wien das Mahnmal für die vom Faschismus ermordeten Feuerwehrmänner bis heute als ein wichtiger Gedenkort genutzt. Die Auflistung dieser Gedenkstätten zeigt, wie wichtig es ist, die Erinnerungen an die Vergangenheit zu bewahren und die Lehren daraus in die heutige Gesellschaft zu tragen. Mehr Informationen zu Gedenkstätten finden Sie hier.