Die wirtschaftliche Lage in den USA hat sich im vierten Quartal 2025 merklich abgekühlt. Laut Silicon Valley stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur um 1,4 % im Jahresvergleich, was einen dramatischen Rückgang im Vergleich zu den vorherigen Quartalen darstellt: 4,4 % in Q3 und 3,8 % in Q2. Diese Verlangsamung ist weitgehend auf eine sechs Wochen andauernde Shutdown der Bundesregierung sowie auf eine gedämpfte Konsumfreude zurückzuführen. Während der Konsum im vierten Quartal zwar um 2,4 % wuchs, ist dies doch ein Rückgang gegenüber den 3,5 % im vorherigen Quartal.
Die Auswirkungen des Shutdowns sind spürbar, da die Ausgaben der Bundesregierung um fast 17 % zurückgingen, was das Wachstum um einen gesamten Prozentpunkt verringerte. In diesem Kontext stellte J.P. Morgan fest, dass diese Stillstandsphase die BIP-Wachstumsrate um etwa ein Viertelpunkt pro Woche minderte, mit der Aussicht, mehr als einen Prozentpunkt für das erste Quartal des folgenden Jahres zu verlieren, falls der Stillstand anhält. Diese Unsicherheit könnte die Wirtschaftstätigkeit nachhaltig schädigen, was weitreichende Folgen nach sich ziehen könnte, so die Bank in ihrem Bericht über die aktuelle Situation in den USA.
Der Einfluss des Konsumverhaltens
Das Konsumverhalten der Amerikaner zeigt ein gemischtes Bild. Trotz des Rückgangs der Verbraucherstimmung auf das niedrigste Niveau seit 2014, worauf Silicon Valley verweist, gibt es dennoch einen moderaten Anstieg der Ausgaben, insbesondere bei höherverdienenden Haushalten, während niedrigere Einkommensgruppen ebenfalls zu einer Zunahme der Ausgaben beitragen. Dies könnte auf eine „K-förmige“ Wirtschaft hindeuten, in der unterschiedliche soziale Schichten unterschiedlich betroffen sind. Auch die Inflation ist ein Thema, da sie im Dezember 2025 angezogen hat, was zu höheren Preisen für alltägliche Güter führte.
Auf der anderen Seite bleibt die Geschäftsinvestition neutral, abgesehen von Bereichen wie Rechenzentren und AI-Equipment, die jedoch insgesamt nicht für einen nennenswerten Schub sorgten. Hier zeigt sich auch, dass Unternehmen trotz der Unsicherheiten relativ stabil bleiben, während kleinere Auftragnehmer stärker unter den Folgen des Shutdowns leiden.
Wirtschaftliche Prognosen und Herausforderungen
Die Beziehungen zwischen den USA und dem internationalen Markt bleiben ebenfalls von Interesse. Präsident Trump hat das hohe Handelsdefizit als Zeichen von Wohlstand kritisiert, während Ökonomen zuversichtlich sind, dass die chaotische Politik der neuen US-Regierung bisher keine negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft hatte. Dennoch erwarten viele einen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität, sobald zusätzliche Tarifmaßnahmen in Kraft treten. Im Jahr 2024 betrugen die Exporte der USA 2 Billionen Euro, während sie Waren im Wert von 3 Billionen Euro importierten, was die Handelsbilanz der Nation unter Druck setzt.
Zusätzlich gibt es Bedenken hinsichtlich der Geldpolitik der Federal Reserve und der nationalen Schuldenlast, die bei 124 % des BIP liegt. Während das Vertrauen in die US-Wirtschaft hoch ist, müssen politische Entscheidungsträger die potenziellen Folgen der aktuellen Maßnahmen und die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt genau im Auge behalten. Die Zahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze war im vergangenen Jahr gering, was auf viele Faktoren zurückzuführen ist, darunter reduzierte Immigration und die Unsicherheit über die Auswirkungen von Technologie auf den Arbeitsmarkt.
Um es kurz zu machen: Die aktuelle wirtschaftliche Lage in den USA ist angespannt und erfordert ein feines Gespür für zukünftige Entwicklungen. Angesichts der Unsicherheiten, darunter die Regierungspolitik und die Reaktionen der Verbraucher, könnte das Jahr 2026 entscheidend für die Stabilität und das Wachstum der US-Wirtschaft sein. Eine rasche Lösung der politischen Probleme könnte notwendig sein, um die Wende zu schaffen.