Heute ist der 20.02.2026 und in Schaumburg stehen die wirtschaftlichen Entwicklungen der USA im Fokus. Die wirtschaftliche Dynamik des Landes hat in den letzten Monaten spürbar nachgelassen. Im vierten Quartal des letzten Jahres wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur um 1,4 % im Jahresvergleich, was einen deutlichen Rückgang im Vergleich zu 4,4 % im dritten Quartal und 3,8 % im zweiten Quartal darstellt. Diese Abkühlung ist auf eine sechs Wochen andauernde Shutdown der Bundesregierung und eine reduzierte Konsumneigung zurückzuführen, die sich negativ auf das Wirtschaftswachstum ausgewirkt haben. Laut einem Bericht von Silicon Valley stieg der Konsum zwar um 2,4 %, doch das ist ein Rückgang von 3,5 % im dritten Quartal. Zudem fielen die Ausgaben der Bundesregierung während des Shutdowns um nahezu 17 %, wodurch das Wachstum um einen vollen Prozentpunkt beeinträchtigt wurde.
Die moderate Zunahme der Unternehmensinvestitionen, abgesehen von Datenzentren und KI-bezogenen Geräten, zeigt, dass einige Bereiche der Wirtschaft weiterhin stabil sind. Ein Indikator für das zugrunde liegende Wachstum, der sich auf den Verbrauch und die Unternehmensausgaben konzentriert, bleibt widerstandsfähig. Der Außenhandel hatte im vierten Quartal nur geringen Einfluss auf das Wachstum, nach einem Anstieg der Importe in den vorhergehenden Quartalen, bedingt durch Zölle. In der politischen Arena wird der Shutdown von ehemaligen Präsidenten Trump als eine von den Kongress-Demokraten verursachte Krise angesehen, die der US-Wirtschaft mindestens zwei Prozentpunkte im BIP gekostet hat.
Einflüsse der Regierungspolitik
Die Auswirkungen der laufenden Shutdown werden von J.P. Morgan genauer betrachtet. Michael Feroli, der Chefökonom der US-Niederlassung, schätzt, dass die BIP-Wachstumsrate während des Shutdowns um etwa ein viertel Prozentpunkt pro Woche sinkt. Dies könnte im ersten Quartal des folgenden Jahres zu einem Rückgang von über einem Prozentpunkt im BIP-Wachstum führen. Außerdem gibt es Bedenken, dass der Shutdown langfristige Schäden an der wirtschaftlichen Aktivität verursachen könnte, die über temporäre Verluste hinausgehen. Während die Stimmung in der Geschäftswelt relativ stabil bleibt, zeigt sich bei den Verbrauchern eine schwächere Stimmung, die möglicherweise durch den Shutdown beeinflusst wird. Der Mangel an Regierungsdaten erhöht die Unsicherheit in der wirtschaftlichen Prognose, was es den Entscheidungsträgern erschwert, angemessene Maßnahmen zu ergreifen.
Einige Sektoren, insbesondere kleinere Auftragnehmer, könnten stärker von den Auswirkungen des Shutdowns betroffen sein, während börsennotierte Unternehmen über ausreichende Liquidität verfügen. Die Marktentwicklungen deuten darauf hin, dass die Shutdown-Erwartungen innerhalb der nächsten zwei Wochen enden könnten, möglicherweise mit Kompromissen bezüglich der Unterstützung von Obamacare-Prämien. Wie in der Analyse von J.P. Morgan erwähnt, hat sich die Liquidität im Anleihemarkt verbessert, auch wenn Bedenken hinsichtlich der Preisgestaltung für inflationsgeschützte Anleihen bestehen.
Wirtschaftliche Gesamtlage
Der wirtschaftliche Kontext wird zudem durch die Handelsbilanz und die Staatsverschuldung der USA geprägt. Laut einem Bericht von Tagesschau betrug das Handelsdefizit der USA im Jahr 2024 1 Billion Euro, während die USA Waren im Wert von 2 Billionen Euro exportierten und Waren im Wert von 3 Billionen Euro importierten. Trotz dieser negativen Handelsbilanz, die auch als Zeichen von Wohlstand interpretiert wird, zeigen die US-Wirtschaft und der Lebensstandard eine hohe Resilienz. Dienstleistungen spielen eine zentrale Rolle in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen der USA, und die Amerikaner scheinen optimistischer zu werden, was die wirtschaftlichen Aussichten betrifft.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die wirtschaftliche Lage in den USA von einer Vielzahl von Faktoren abhängt, einschließlich der politischen Entscheidungen und der momentanen Unsicherheiten durch den Shutdown. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich diese Dynamiken entwickeln und welche Maßnahmen notwendig sind, um die wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten.