Das Engagement im Fußball geht in die nächste Runde! Der LandesSportBund Niedersachsen und der Niedersächsische Fußballverband (NFV) haben ihre nachhaltige Zusammenarbeit zur Stärkung demokratischer Strukturen im Fußball beschlossenen. Das Projekt „Sport mit Courage – Demokratie gemeinsam gestalten“, das seit 2020 aktiv ist, nimmt dabei einen zentralen Platz ein. In der neuen Förderperiode wird besonders der ländliche Raum in den Fokus genommen.

Ein zentrales Element der Kooperation ist die Anlaufstelle „Geballt gegen Diskriminierung und Gewalt“, die beim NFV eingerichtet wurde. Hier können Vorfälle dokumentiert und regionale Konfliktlots*innen koordiniert werden, die als Ansprechpartner für die Fußballvereine in Niedersachsen fungieren. Diese Konfliktlots*innen unterstützen die Vereine durch Beratung und Schulungen zu demokratischen Werten und einem respektvollen Miteinander. Das zeigt: Der NFV setzt auf eine klare Haltung gegen Gewalt und Diskriminierung aus der Gesellschaft, die auch im Fußball nicht ignoriert werden kann.

Schwerpunkte der neuen Projektphase

  • Ausbau einer kostenlosen Beratungs- und Unterstützungsstruktur für Fußballvereine.
  • Integration von Modulen zur Extremismus- und Gewaltprävention in die Fortbildung von Trainer*innen.
  • Vertiefung des gemeinsamen Verständnisses für die Projektziele und -inhalte im Verband.

Der LSB und NFV möchten damit einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten, der gerade im ländlichen Raum enorm wertvoll ist. Wie der LSB-Vorstandsvorsitzende Reinhard Rawe betont, sind Sportvereine entscheidende Lernorte für Demokratie. Das Projekt wird durch das Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ des Bundesministeriums des Innern finanziert und die Unterstützung soll voraussichtlich bis über das Jahr 2025 hinaus fortgeführt werden.

Sport als Jugendkultur und Gewaltprävention

Sport hat nicht nur einen starken Einfluss auf das physische Wohlbefinden junger Menschen, sondern kann auch zur Gewaltprävention beitragen. Eine Untersuchung zeigt, dass Sport soziale, ethnische, ökonomische und politische Barrieren überwinden hilft und Aggressionen konstruktiv abbaut. Offene Sportangebote tragen dazu bei, Schwellenängste abzubauen, insbesondere bei gesellschaftlich benachteiligten Gruppen.

Doch wie das Institut für Schulische Gewaltprävention erklärt, sind Werte wie Fair Play und Toleranz von zentraler Bedeutung. Nur durch eine klar definierte Werteorientierung im Sport kann dem „Kult des Siegens“ und der Gewalt entgegengewirkt werden. Dies ist in Anbetracht der steigenden Gewalt im Fußball und der damit verbundenen gesellschaftlichen Probleme mehr denn je notwendig.

Die langjährige Strategie des NFV gegen Gewalt und Diskriminierung, die seit 2015 entwickelt wird, zeigt einen klaren Trend: Ein Sportumfeld ist nur dann gesund, wenn respektvolles Miteinander und Fairness großgeschrieben werden. Fortbildungen für Trainer*innen, Schiedsrichter*innen und weitere Akteure im Fußball sind daher unerlässlich, um dem Gewaltpotenzial im sportlichen Bereich entgegenzuwirken. Schiedsrichter*innen und Trainer*innen sollten als Mediatoren geschult werden, um Konflikte zu verhindern und ein angenehmes Spielklima zu gewährleisten.

Mit diesen Initiativen sind der LSB und NFV auf einem vielversprechenden Weg, Gewalt und Diskriminierung im Fußball zu begegnen und ein stabiles Fundament für die Demokratie im Sport zu schaffen.