Die Deutsche Bahn hat die geplante Sanierung der Bahnstrecke zwischen Hannover, Lüneburg und Hamburg, die ursprünglich für Mai 2026 angesetzt war, verschoben. Grund für diese Entscheidung ist das aktuelle Winterwetter, das als der stärkste Wintereinbruch seit mehr als 15 Jahren gilt. Auch die Generalsanierung der Strecke zwischen Hamburg und Berlin kann nicht wie geplant Ende April abgeschlossen werden. Züge nach Berlin werden momentan von Hamburg über Uelzen umgeleitet, auch auf dem Abschnitt, der ab Mai gesperrt werden sollte. Die Bahn möchte vermeiden, dass zwei wichtige Strecken gleichzeitig gesperrt sind.
Die Sanierung, die als „Qualitätsoffensive“ der Deutschen Bahn bezeichnet wird, wird nun auf einen neuen Zeitplan warten, der Mitte März bekanntgegeben wird. Für 2029 ist bereits eine weitere Generalsanierung der Strecke zwischen Hamburg und Hannover geplant, mit ersten vorbereitenden Arbeiten, die noch in diesem Jahr beginnen sollen. Ein Schienenersatzverkehr wurde bereits für die Bauarbeiten geplant, und die Fahrpläne wurden entsprechend angepasst. Die Wiederaufnahme des Zugverkehrs am 30. April kann aufgrund der winterlichen Bedingungen jedoch nicht eingehalten werden. Vom 1. Mai bis zum 10. Juli wird die Strecke wegen Sanierungsarbeiten gesperrt, was bedeutet, dass zwischen Lüneburg und Hannover von Mai bis Mitte Juli keine Züge fahren werden. Pendler müssen voraussichtlich auf das Auto umsteigen.
Neue Perspektiven für die Bahninfrastruktur
Die Verschiebung der Sanierungsarbeiten ist Teil eines größeren Plans, der auch die Generalsanierung von hochbelasteten Streckenabschnitten im Schienennetz vorsieht. Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) hat dem neuen Zeitplan der DB InfraGO AG zugestimmt, der die Ressourcen der Bahn- und Bauindustrie berücksichtigt. Die Anpassung der Sanierungszeiträume erfolgt im Rahmen der Koalitionsvereinbarung und des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität.
Ab 2026 plant die DB InfraGO AG, Erleichterungen bei den Trassenpreisen für Eisenbahnverkehrsunternehmen einzuführen, die aufgrund von Korridorsanierungen auf Umleitungsstrecken längere Wege zurücklegen müssen. Für Umleitungsstrecken ist ein prozentualer Entgeltnachlass vorgesehen, der in den Infrastrukturnutzungsbedingungen veröffentlicht wird und die Zustimmung der Bundesnetzagentur erfordert. Generalsanierungen von Korridoren sind für die kommenden Jahre in Planung, darunter auch Strecken wie Hagen–Wuppertal–Köln und Nürnberg–Regensburg.
Investitionen in die Zukunft
Die Bundesregierung plant bis 2029 Investitionen von 166 Milliarden Euro in die Infrastruktur, wobei der Fokus auf der Sanierung maroder Bahnstrecken und Autobahnbrücken liegt. Rund 107 Milliarden Euro sollen in die Schiene fließen. Dieses Infrastrukturpaket umfasst auch Mittel für Bundesstraßen und Wasserwege. Die Verkehrsinvestitionen sollen um etwa 60 Prozent im Vergleich zu den Jahren 2020-2024 steigen, finanziert über ein neues Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz.
Die Deutsche Bahn begrüßt die zusätzlichen Mittel, fordert jedoch stabile Zusagen über 2027 hinaus, um eine langfristige Planung zu ermöglichen. Die Generalsanierungen sollen bis in die Mitte der 2030er Jahre abgeschlossen sein, wobei die Reisenden mit Baustellen und Einschränkungen rechnen müssen. Langfristig zielt die Bahn darauf ab, die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit des Zugverkehrs deutlich zu verbessern, während gleichzeitig die Modernisierung von rund 100 Bahnhöfen in diesem Jahr als „Zukunftsbahnhöfe“ vorangetrieben wird.
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