Ein bemerkenswerter Tag für die Kölner Aktivistin Daniela Klette: Am 5. November, ihrem 67. Geburtstag, fand im Oberlandesgericht Celle eine Verhandlung gegen sie statt. Trotz der ernsten Umstände wurde der Tag von einer herzlichen Kundgebung in Verden begleitet. Unterstützer*innen versammelten sich, um ihre Solidarität zu zeigen, und stimmten im Zuschauerraum „Happy Birthday“ für Daniela an, was die umringende Atmosphäre ergreifend machte. Einmal mehr bewies sich, dass die Gemeinschaft zusammenhält, selbst in schwierigen Zeiten, wie Indymedia berichtet.
In der Verhandlung selbst, die ursprünglich am 25. März 2025 begonnen hat, forderte die Verteidigung die Einstellung des Verfahrens und bezog sich auf die politische Motivation der Anklage. Daniela selbst äußerte sich jedoch stark und stellte klar, dass die Vorwürfe eine Vorverurteilung darstellen würden. „Wir müssen uns gegen die Repression wehren“, betonte sie, während sie auf die drängenden Themen der gesellschaftlichen Militarisierung hinwies, was von den Anwesenden mit Zustimmung aufgenommen wurde.
Kundgebung in Verden: Unterstützung für alle Inhaftierten
Weitere Höhepunkte dieser solidarischen Aktionen gab es am 8. November. Hier fand die sechste Kundgebung vor dem Gefängnis in Vechta statt. Die Teilnehmer*innen zogen durch die Innenstadt und umrundeten das Gefängnis, wo während einer Zwischenkundgebung viele wichtige Informationen über Danielas Prozess und die damit verbundenen politischen Themen verbreitet wurden. Besonders rührend war wieder das gemeinsame Singen von „Happy Birthday“, welches einmal mehr die kollektive Unterstützung für die Aktivistin unterstrich.
Die Solidaritätsaktionen beinhalteten auch Beiträge zu anderen Inhaftierten, wie Georges Ibrahim Abdallah, der nun schon über 39 Jahre in Frankreich sitzt. Zudem wurden die „Ulm5“ angesprochen, die wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung unter Druck stehen, begleitet von Berichten über anstehende Prozesse in Städten wie Dresden und Düsseldorf, die Antifaschist:innen betreffen. Das Netzwerk „Freiheit für alle politischen Gefangenen“ unterstützt nicht nur Daniela Klette, sondern setzt sich auch für die Rechte anderer Inhaftierter ein, was bei den genannten Aktionen eindrücklich zu sehen war.
Blick in die Zukunft: Nächste Schritte im Prozess
Die Verhandlung, die bereits einige Herausforderungen mit sich brachte, von strengen Einlasskontrollen für die Presse bis zu einem großen Aufgebot an Sicherheitsmaßnahmen, wird am 1. April 2025 fortgesetzt. Die Verteidigung muss bis zu diesem Datum auf über 18 Terabyte neuem digitalem Beweismaterial reagieren, was den juristischen Prozess nicht einfacher macht. Kontrapolis hebt hervor, wie wichtig es ist, dass der Prozess transparent bleibt und den inhaftierten Unterstützer*innen eine faire Verteidigung ermöglicht wird.
Inmitten dieser juristischen Auseinandersetzung bleibt der Aufruf zur Solidarität stark und ungebrochen. „Freiheit für alle Gefangenen“, skandierten die Unterstützer*innen am Tag der Kundgebung, denn obwohl es um Daniela Klette geht, ist es ein Kampf für viele. Ein Grund mehr, im Gedächtnis zu behalten, wie sensibel unsere Gesellschaft mit dem Thema Freiheit und Repression umgeht.