In der Stadt Verden dürfen sich alle Interessierten auf einen besonderen Abend freuen. Am 7. November wird Wolfgang Suchner, ein freischaffender Künstler und Jahrgang 1959, in einem musikalischen Lesung seine Erfahrungen mit der Krankheit Epilepsie teilen. Seine bewegende Geschichte sowie seine künstlerische Karriere werden im Ratssaal des Verdener Rathauses präsentiert. Diese Veranstaltung ist Teil des Projekts „Imas – Inklusion macht stark! 2.0“ und der Eintritt ist kostenlos – eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wie Weser-Kurier berichtet, wird Suchner die Lesung musikalisch mit Tuba, Trompete und Kistenbass begleiten und im Anschluss an seine Erzählungen wird Ernährungswissenschaftlerin Christina Rudersdorf Fragen zur ketogenen Ernährung beantworten, die ihm dabei hilft, seine Anfälle zu managen.

Solch eine Lesung ist nicht nur informativ, sondern auch eine mutmachende Botschaft für alle Betroffenen. Wolfgang Suchner wirbt für ein selbstbestimmtes Leben mit dieser Krankheit, die in Deutschland rund 600.000 Menschen betrifft, wie Mayo Clinic anmerkt. Die Vielfalt der epileptischen Anfälle ist groß: von fokalen bis zu generalisierten Anfällen. Gerade bei Suchner äußerte sich die Epilepsie in der schwersten Form, einem Grand Mal-Anfall, verursacht durch einen Blutschwamm im Kopf. Trotz dieser Herausforderungen gab er seine Karriere, die einst als Straßenmusiker begann, nicht auf. Sein Buch „Wolfgang fällt um – Das Loch in der Zeit“ spiegelt authentisch seine Arzt-Odysseen und Operationen wider und wird als gut lesbar beschrieben.

Über die ketogene Ernährung

Ein zentrales Thema der anschließenden Diskussion wird die ketogene Ernährung sein. Diese spezielle Diät ist fettreich, kohlenhydratarm und eiweißreduziert. Sie zielt darauf ab, die Verstoffwechselung von körpereigenen Fetten anzuregen, was für viele Patienten eine sinnvolle Möglichkeit darstellen kann, ihre Anfälle zu reduzieren oder sogar anfallsfrei zu werden. Der Einstieg in eine ketogene Diät erfordert jedoch Voruntersuchungen und häufig sogar einen stationären Aufenthalt in einer spezialisierten Klinik, wie die Epilepsie-Vereinigung erklärt.

Die Veranstaltung in Verden hat das Ziel, das Bewusstsein für die vielseitigen Herausforderungen von Epilepsie zu schärfen. Ein weiteres Highlight in diesem Rahmen ist ein Theaterstück mit dem Titel „Die Wölfin“, das am 26. November aufgeführt wird und sich mit der Weitergabe von Traumata zwischen Generationen auseinandersetzt. Veranstaltungen wie diese sind nicht nur für Betroffene von Bedeutung, sondern auch für das allgemeine Publikum – denn Verständnis und Mitgefühl sind der Schlüssel zur Inklusion.