Neues Lebenslicht im Verdener Frauenhaus: Hoffnung für Mütter und Kinder

Transparenz: Redaktionell erstellt und geprüft.
Veröffentlicht am

Das Verdener Frauenhaus schützt gewaltbetroffene Frauen und Kinder seit einem halben Jahr und bietet neue Perspektiven.

Das Verdener Frauenhaus schützt gewaltbetroffene Frauen und Kinder seit einem halben Jahr und bietet neue Perspektiven.
Das Verdener Frauenhaus schützt gewaltbetroffene Frauen und Kinder seit einem halben Jahr und bietet neue Perspektiven.

Neues Lebenslicht im Verdener Frauenhaus: Hoffnung für Mütter und Kinder

Im Herzen von Verden hat das Frauenhaus in den letzten sechs Monaten einen frischen Weg eingeschlagen, um gewaltbetroffenen Frauen und ihren Kindern, einschließlich älteren Söhnen, ein sicheres Zuhause zu bieten. Eine der Bewohnerinnen, Najtla, berichtet von den positiven Veränderungen in ihrem Leben, seit sie aus Sachsen nach Niedersachsen gezogen ist. „Hier fühle ich mich sicher und sehe endlich neue Perspektiven“, so Najtla. Das Team rund um die Geschäftsführerin Ulla Schobert ist jedoch nicht blind gegenüber der Realität: Die Ignoranz der Politik und Gesellschaft gegenüber häuslicher Gewalt kritisiert sie stark. „Die Frauen brauchen nicht nur einen Ort zum Schlafen, sondern auch Unterstützung und Verständnis“, erläutert Schobert.

Das Frauenhaus steht rund um die Uhr unter der Nummer 04231/961970 für Hilfe bereit. Ein entscheidender Vorteil ist, dass Frauen ohne Nachweis von Beweisen oder Anzeigen aufgenommen werden. Diese Perspektive macht den Zugang zu Schutz für viele erleichtert. Najtla ist dank dieser Regelung mit ihrem älteren Sohn im Frauenhaus untergebracht, wo es separate Wohneinheiten gibt – ein wichtiges Kriterium für viele Mütter in ähnlichen Situationen. Auch die Lage des Hauses trägt zur Sicherheit bei, denn in der Stadtmitte ist eine hohe soziale Frequenz gegeben.

Gesellschaftliche Herausforderungen

Dennoch gibt es nach wie vor große Herausforderungen. Schobert bringt es auf den Punkt: „Die Täter werden nicht ausreichend in die Pflicht genommen, und es gibt einfach zu wenig Plätze in Frauenhäusern.“ Laut Schätzungen wird das Beratungs- und Gewaltschutzzentrum im kommenden Jahr mit rund 400 Fällen rechnen müssen. In Niedersachsen existieren derzeit nur drei Frauenhäuser mit freien Plätzen – eine alarmierende Situation, die nicht nur in Verden, sondern überall die Betroffenen betrifft.

Das Thema Gewaltschutz bleibt brisant. So berichtet die Plattform für Frauenhauskoordination, dass viele Frauen und Kinder oftmals viel zurücklassen müssen und die Bedeutung digitaler Medien, etwa für Kinder, nicht zu übersehen ist. Zukünftige Schulungen für die Mitarbeiter eignen sich, um digitale Gewalt zu erkennen und die nötige Unterstützung anzubieten. Diese Schulungsmaßnahmen sollen ab 2026 umgesetzt werden und das Ziel verfolgen, die Sicherheit in Frauenhäusern sowohl offline als auch online zu gewährleisten.

Häusliche Gewalt und ihre Folgen

Häusliche Gewalt ist ein vielschichtiges Problem – sie zeigt sich nicht nur in physischer Form, sondern umfasst auch psychische, soziale und ökonomische Gewalt. Jährlich werden tausende Frauen Opfer von Partnerschaftsgewalt. Allein im Jahr 2023 wurden 167.865 Fälle gemeldet, wobei 79,2 Prozent der Betroffenen Frauen waren. Diese Statistiken verdeutlichen, dass jede vierte Frau im Lauf ihres Lebens Gewalt erfährt.

Die Folgen dieser Gewalt sind gravierend: Sie wirken sich negativ auf die Gesundheit der Betroffenen aus und weisen oft zu psychischen Herausforderungen. Frauenhäuser wie das in Verden bieten nicht nur einen Schutzraum, sondern auch jedwede Unterstützung in rechtlichen, wirtschaftlichen und persönlichen Fragen. Während die Istanbul-Konvention aus dem Jahr 2018 festgelegt hat, dass gewaltbetroffene Frauen einen Rechtsanspruch auf Hilfe haben, ist die Realität oft eine andere – unzureichende Ausstattung und Finanzierung der Einrichtungen sind oft an der Tagesordnung.

Najtla plant, bald in eine eigene Wohnung zu ziehen und nimmt eine Vollzeitstelle an. Ihre Geschichte ist ein Lichtblick inmitten vieler Herausforderungen, die das Frauenhaus und die Gesellschaft bewältigen müssen. Die Wichtigkeit von gesellschaftlicher Anteilnahme ist unerlässlich, um solche Situationen zu verbessern und neckische Mechanismen zu durchbrechen, die Täter nicht zur Rechenschaft ziehen. Wenn auch Sie helfen möchten, informierten Sie sich bitte über die Hilfsangebote unter www.landkreis-verden.de.