Im Landkreis Verden steht eine Neuorientierung im Abfalltransport an, die nicht nur technische, sondern auch finanzielle Herausforderungen mit sich bringt. Der Abtransport von jährlich rund 20.000 Tonnen Restmüll wird aufgrund veralteter Technik und wachsenden Kosten neu bewertet. Die Müllpresse und die Gleisanlagen in Langwedel sind über 40 Jahre alt und zeigen zunehmend Schwächen, was zu einer kritischen Situation führt, die die Kreisverwaltung zum Handeln zwingt. Henning Koröde, Abteilungsleiter Abfall, hat die Notwendigkeit betont, das bestehende Konzept zu überdenken, da die Sanierungskosten für die Gleise und die Technik auf sechs bis sieben Millionen Euro geschätzt werden. Diese unerwarteten Kosten könnten sogar zu einer Erhöhung der Müllgebühren führen.
Der Umweltausschuss des Landkreises wird am Montag, den 2. März, die Möglichkeit diskutieren, den Bahntransport neu zu prüfen. Eine Abfuhr mit Lkw könnte sich als günstigere und sicherere Alternative herausstellen. Der derzeitige Transport erfolgt durch die Firma Nehlsen, die den Müll von Langwedel zur zentralen Sammelstelle bringt, wo er in Container gepresst und auf einen Güterzug für das Müllheizkraftwerk Europark in Laar geladen wird. Es ist bemerkenswert, dass der Transport per Bahn als kommunaler Sonderfall gilt und viele Kommunen sich gegen dieses Transportmittel entschieden haben.
Neue Herausforderungen und Lösungen
Die Kreisverwaltung hat seit 2021 die Müllumladestation übernommen und organisiert den Weitertransport in Eigenregie. Ein neuer Entsorgungsverkehr wurde am 1. Januar 2021 aufgenommen, nachdem eine öffentliche Ausschreibung gewonnen wurde. In diesem Kontext wird der Restmüll des Landkreises Verden von der kreiseigenen Umschlagsanlage (MUL) in Langwedel zur EVI Abfallverwertung BV & Co. KG in Laar transportiert. Laar, das an der deutsch-niederländischen Grenze liegt, ist Ziel eines regelmäßigen Zugverkehrs, der alle 14 Tage bis zu 36 Wechselbehälter befördert. Die Route führt über mehrere Städte, darunter Verden und Osnabrück, während die „letzte Meile“ zum Entladebunker per Lkw erledigt wird.
Der Transport erfolgt in neu beschafften Wechselbehältern, jedoch gilt es, die Auslastung der Züge zu beachten, da aufgrund der aktuellen Nachfrage nur begrenzte Kapazitäten in beide Fahrtrichtungen verfügbar sind. Dies führt dazu, dass das Prinzip „Wer zuerst kommt…!“ hier besonders gilt.
Abfallwirtschaft im Kontext
Die Thematik der Abfallwirtschaft ist nicht nur auf den Landkreis Verden beschränkt, sondern ist Teil eines größeren nationalen und europäischen Kontexts. In Deutschland ist die Abfallbilanz ein wichtiges Thema, das auch Angaben zu Kunststoffabfällen umfasst. Diese sind unter „gemischte Verpackungen / Wertstoffe“ zu finden und werden in verschiedenen Statistiken erfasst, die von den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern veröffentlicht werden. Die Daten zu Transport-, Um- und Verkaufsverpackungen sind für die Gestaltung zukünftiger Abfallkonzepte von zentraler Bedeutung. Hierbei werden auch die EAV-Schlüsselnummern relevant, die eine strukturierte Erfassung und Analyse der Abfallströme ermöglichen.
Die Entwicklungen im Landkreis Verden zeigen, wie wichtig es ist, die Abfallwirtschaft kontinuierlich zu überwachen und anzupassen, um sowohl wirtschaftliche als auch umwelttechnische Herausforderungen meistern zu können. Die kommenden Entscheidungen des Umweltausschusses könnten maßgeblich für die zukünftige Gestaltung des Abfalltransports und der Abfallwirtschaft im Landkreis sein.





