Wasser – unser wichtigstes Gut. Doch die 65 Wasserverbände aus Niedersachsen schlagen Alarm. In einem eindringlichen Brief an Ministerpräsident Olaf Lies fordern sie, die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung endlich ernsthaft in den Fokus zu rücken. Laut NDR wurden Trinkwasserschutz und Wasserversorgung allzu lang vernachlässigt. Dies könnte langfristig negative Auswirkungen auf die Gesellschaft haben, warnen die Verbände.

Eine zentrale Forderung lautet, die Wasserressourcen besser zu schützen. Das umfasst nicht nur die Überwachung von Wasserquellen, sondern auch die Verhinderung von Einträgen mit schädlichen Stoffen wie Nitrat und Pflanzenschutzmitteln. Thomas Rakers, Geschäftsführer des Wasserverbandes Hümmling, hebt hervor, dass die nötigen Aufbereitungsstufen Kosten verursachen, die letztendlich die Verbraucher zu tragen haben. Ein echtes Dilemma, oder?

Genehmigungsprobleme und Bürokratie

Ein weiteres großes Problem sind die bürokratischen Hürden. Wie TAV-Geschäftsführer Daniel Kollbach berichtet, zieht sich ein Verfahren zur Beantragung neuer Wasserrechte seit zwölf Jahren hin und betrifft zusätzliche 300.000 Kubikmeter Wasser pro Jahr. Solch lange Wartezeiten schmälern die ohnehin schon knappen Ressourcen und behindern den Fortschritt in der Planung und Investition der Wasserversorger. Die Folgen sind hart: Eine unzulängliche Wasserversorgung hindert die Ansiedlung von Industrieunternehmen mit hohem Wasserbedarf, was letztlich zu weniger Arbeitsplätzen und geringeren Gewerbesteuereinnahmen führt.

Doch nicht nur die Wasserversorger leiden. Sie befürchten, dass die Versäumnisse bei der Wasserversorgung sich auch negativ auf die Kommunen auswirken. Die Infrastruktur braucht dringend Investitionen, denn viele Leitungssysteme stammen noch aus den 60er und 70er Jahren. Hier ist schnelles Handeln gefragt!

Vorrang für Wasserschutz und Naturschutz

Ein weiterer Aspekt, den die Wasserverbände kritisieren, ist die Prioritätensetzung in den wasserrechtlichen Verfahren. Immer wieder wurden die Belange der Wasserversorgung hinter jene des Naturschutzes zurückgestellt. DVGW weist darauf hin, dass der Umfang und die Tiefe der Beweissicherung in Bezug auf Wasserentnahmen stark variieren, je nachdem, welche Behörde zuständig ist. Oftmals geschieht die Festsetzung von Wasserschutzgebieten nicht nach dem Schutzbedarf, sondern nach regionalen wirtschaftlichen Interessen. Das ist nicht nur untragbar, sondern gefährdet auch die langfristige Wasserversorgung.

Außerdem wurden in vielen regionalen Raumordnungsplänen Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für die öffentliche Wasserversorgung reduziert oder gar gestrichen. Das könnte katastrophale Auswirkungen auf die künftige Versorgungssicherheit haben. Ein Appell geht an die Genehmigungsbehörden und Kommunen: Setzt den Ressourcenschutz bei der Ausweisung von Wasserschutzgebieten an die erste Stelle!

Letztlich bleibt zu hoffen, dass der Brief an Ministerpräsident Olaf Lies Wirkung zeigt und die dringend nötigen Veränderungen für die Wasserversorgung in Niedersachsen auf den Weg gebracht werden. Denn eines ist klar: Wasser ist Leben, und wir müssen es besser schützen!