Der Rückbau des Kernkraftwerks Unterweser (KKU) in Kleinensiel nimmt weiter Gestalt an. Wie die NWZ Online berichtet, wurden im Juni 2025 die letzten vier Dampferzeuger entfernt, die jeweils rund 300 Tonnen auf die Waage bringen. Diese massiven Geräte lagern derzeit auf dem Anlagengelände und sollen noch im laufenden Jahr per Frachtschiff nach Schweden transportiert werden. Der Abtransport verzögerte sich zwar aufgrund fehlender Genehmigungen, diese werden jedoch zeitnah erwartet.

Der Rückbau ist ein komplexer Prozess, der bereits 2018 begonnen wurde und bis 2032 abgeschlossen sein soll. Während der ersten Phase erfolgt bereits die Demontage zahlreicher Rohrleitungen, Behälter und Armaturen im Inneren des Gebäudes. Die Zertifizierung der Frischdampfleitungen läuft ebenfalls; diese werden in kleinere Segmente geschnitten und zur weiteren Bearbeitung an ein Reststoffbehandlungszentrum überstellt.

Der Weg bis zur Komplettierung

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Demontage der Auskleidung des Brennstoff-Entladebeckens. In der nächsten Phase, die bis Ende 2026 abgeschlossen sein soll, wird viel Beton zerlegt. Zudem wird das ehemalige Materiallager umgebaut und erhält die Funktion eines Reststoffbehandlungszentrums.

Ein zentraler Punkt in der Diskussion um den Rückbau ist die Frage der Nachnutzung. Obwohl derzeit Prüfungen zur möglichen Nachnutzung einzelner Gebäude laufen, gibt es bereits erste Entscheidungen. So wurden Pläne zur Nutzung des ehemaligen Maschinenhauses als Rechenzentrum als wirtschaftlich untragbar eingestuft. Preussen-Elektra, Betreiber des KKW, strebt jedoch eine energietechnische Nachnutzung an, die Parallelen zum Kernkraftwerk Brokdorf aufweist, wo ein großer Batteriespeicher realisiert wird.

Kernkraftwerke im Weltvergleich

Ein Blick auf die globale Situation der Kernkraftwerke zeigt, dass im Jahr 2023 weltweit 413 Kernreaktoren in Betrieb waren. Kernkraftwerke, wie das in Kleinensiel, basieren auf der kontrollierten Kernspaltung, bei der Neutronen Uran- oder Plutonium-Isotope spalten und Wärme freisetzen. Diese Wärme wird in Wasserdampf umgewandelt, der in Turbinen zur Stromerzeugung genutzt wird.

Im Jahr 2022 betrug der Anteil der Kernenergie am weltweiten Strommix unter 10%, ein Rückgang im Vergleich zu einem Höchststand von 17,5% im Jahr 1996. Diese Änderungen sind teilweise auf öffentliche Diskussionen über Sicherheitsrisiken und Umwelteinflüsse zurückzuführen, die seit den 1970er Jahren zugenommen haben. Trotz aller Bedenken wurde der Begriff „Kernkraftwerk“ von Experten als präziser angesehen, da die Prozesse in den Atomkernen ablaufen, wie in der Wikipedia ausführlich erläutert wird.

Die Schätzungen über potenzielle Schäden bei einem Super-GAU in Deutschland liegen zwischen 2,5 und 14,1 Billionen Euro. Die Diskussion um Kernkraftwerke bleibt angespannt, insbesondere nach den Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima. Befürworter hingegen argumentieren, dass Kernenergie eine wichtige Rolle in der Grundlastversorgung und der Reduktion von CO2-Emissionen spielen kann. Angesichts dieser Gemengelage bleibt die Zukunft der Kernkraft in Deutschland und weltweit ein heiß diskutiertes Thema.

So wird auch der Rückbau des KKU in Kleinensiel weiter beobachtet. Die nächsten Schritte in der Demontage und die Entscheidung über die zukünftige Nutzung werden zeigen, wie energietechnisch nachhaltig diese ehemaligen Anlagen umgewandelt werden können. Wenn alles gut läuft, könnte Kleinensiel bald mit neuen Möglichkeiten aufwarten.