Im Landkreis Wesermarsch zeigt sich ein bemerkenswertes Bild in Bezug auf das Wohneigentum. Mit einer Quote von 56,7 Prozent liegt dieser Landkreis deutlich über dem Bundesschnitt von 43,5 Prozent. Dies könnte auf eine starke Tradition des Eigenheimbesitzes in der Region hinweisen. Dennoch gibt es Herausforderungen, insbesondere für die jüngeren Generationen. Viele junge Menschen im Landkreis leben häufig zur Miete, was die Frage aufwirft, warum sich die 25- bis 40-Jährigen kein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung leisten können. Matthias Günther vom Pestel-Institut hat darauf hingewiesen, dass die finanziellen Hürden in der heutigen Zeit immer höher werden.

Die Problematik wird durch die hohe Nachfrage und die gestiegenen Baupreise weiter verschärft. Katharina Metzger, Präsidentin des Baustoff-Fachhandels, appelliert deshalb an die Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD aus Wesermarsch und Niedersachsen. Sie betont, dass alle auf Unterstützung vom Bund warten und der Traum vom Eigenheim ohne diese Unterstützung auf Eis liegt. Die Situation ist nicht nur lokal, sondern spiegelt ein landesweites Problem wider, das durch hohe Baupreise und fehlende Förderungen verstärkt wird. In der Tat stiegen die Preise für selbst genutztes Wohneigentum in Deutschland zwischen 2010 und 2022 um knapp 89 Prozent, was die Hürden für viele Erwerber weiter erhöht hat.

Die Lage auf dem Immobilienmarkt

Die Eigentumsquote in Deutschland sank 2022 auf 43,6 Prozent, was den niedrigsten Stand seit 15 Jahren darstellt. Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass nur 30,4 Prozent der unter 50-Jährigen Wohneigentum besitzen, während bei älteren Menschen dieser Anteil bei 57 Prozent liegt. Diese Zahlen verdeutlichen die Kluft zwischen den Generationen und weisen auf eine wachsende Ungerechtigkeit im Zugang zu Wohnraum hin. In Großstädten wie Berlin liegt die Eigentumsquote sogar nur bei 15,8 Prozent, während die Mieterhaushalte von 1.523.854 (2011) auf 1.663.184 gestiegen sind.

Die Politik reagiert, jedoch fehlt es oft an konkreten Maßnahmen. Der Bundesverband Deutscher Baustoffhändler (BDB) fordert öffentliche Förderungen und Steuererleichterungen für den Erwerb von Wohneigentum. Vorschläge zur Verbesserung des Zugangs umfassen Freibeträge bei der Grunderwerbsteuer und eigenkapitalersetzende Darlehen. Diese Maßnahmen sind notwendig, um die Eigentumsquote zu erhöhen und den Mietwohnungsmarkt zu entlasten, da Eigentumsbildung nachweislich zu einer Stabilisierung der Mietpreise führt.

Aktuelle Entwicklungen und Ausblick

Ein positiver Trend zeigt sich jedoch in den aktuellen Entwicklungen am Bau- und Immobilienmarkt. Die Hypothekenzinsen liegen unter dem Höchststand von November 2023, und die Senkungen des Leitzinses durch die Europäische Zentralbank könnten konjunkturelle Impulse setzen. Im ersten Quartal 2025 stiegen die Baugenehmigungen um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, was auf eine Erholung der Branche hindeutet. Zudem wurde im Jahr 2024 ein Anstieg der Förderbewilligungen für selbstgenutztes Wohneigentum um 61 Prozent verzeichnet.

Trotz der Herausforderungen und der regionalen Unterschiede in der Eigentumsquote, die unter 16 Prozent in Großstädten und über 70 Prozent in ländlichen Landkreisen variiert, besteht die Hoffnung, dass die verbesserten Rahmenbedingungen am Bau- und Immobilienmarkt dazu beitragen, die Situation zu verbessern. Die Bundesregierung hat bereits Maßnahmen zur Leerstandsaktivierung entwickelt und plant umfangreiche Investitionen in den Wohnungsbau. Der Traum vom Eigenheim könnte somit vielleicht bald für viele wieder realistischer werden. Weitere Informationen zu den Entwicklungen im Landkreis Wesermarsch und den aktuellen Trends im deutschen Immobilienmarkt finden Sie in den umfassenden Berichten des Pestel-Instituts und des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.