In der kleinen Gemeinde Lemwerder an der Weser herrscht freudige Aufregung, denn die Werft Akribisch und Rasmussen (A&R) hat kürzlich ein beeindruckendes Forschungsschiff für Indonesien ausgedockt. Mit einer Länge von 105 Metern wird das Schiff, offiziell „Bantu Hidro-Oseanografi“ (BHO), künftig das indonesische Institut für Hydrographie unterstützen. Bereits am 28. Oktober machte das Schiff im Jachthafen Lemwerder den ersten Schritt seiner Reise auf eine Barge, die es in den Neustädter Hafen nach Bremen transportierte. Die Schlepper halfen anschließend dabei, das Schiff an seinen endgültigen Liegeplatz nahe der Fährstelle Lemwerder-Vegesack zu verholen, da die Wassertiefe im Jachthafen die direkte Abfahrt unmöglich machte. Gemäß dem Weser Kurier wird das Schiff an der Pier in Lemwerder ab dem 29. Oktober liegen.
Diese eindrucksvolle Zusammenarbeit zwischen A&R und dem Traditionsunternehmen Fassmer zeigt einmal mehr, wie gut deutsche Werften im internationalen Schiffbau aufgestellt sind. Die Kiellegung des Schiffes fand bereits am 14. Dezember 2023 statt, und die Ablieferung ist für Dezember 2025 vorgesehen. Das Projekt folgt auf die erfolgreiche Lieferung von zwei Minenjagdboote an die indonesische Marine, welches die Kooperation zwischen den beiden Werften weiter festigt. Abeking & Rasmussen übernimmt hierbei die Rolle des Generalunternehmers und kümmert sich um die Einhaltung der Kundenanforderungen sowie um regionale Wertschöpfung und Technologietransfer. Fassmer ist für die Konstruktion und Herstellung zuständig, wobei das Schiff auf einem bewährten Entwurf von Fassmer basiert. Diese Information wird auch von Abeking.com ausführlich dargestellt.
Forschung sowie Such- und Rettungsmissionen
Das Forschungsschiff wird im indonesischen Archipel eingesetzt und soll neben diversen Forschungstätigkeiten auch die Such- und Rettungsmöglichkeiten (SAR) sowohl in indonesischen als auch in internationalen Gewässern verstärken. Diese Funktionen sind besonders wichtig, da Indonesien als größter Inselstaat der Welt zahlreiche maritime Herausforderungen zu bewältigen hat. Laut Marineforum.online ist das Schiff nicht nur ein Beispiel für technologischen Fortschritt, sondern auch ein Schritt zur Stärkung der regionalen Sicherheitsinfrastruktur in Asien.
Mit über 115 Jahren Erfahrung hat A&R in seiner bisherigen Geschichte mehr als 6.500 Schiffe abgeliefert, während Fassmer, gegründet 1850 und in fünfter Generation geführt, einen starken Fokus auf Spezialschiffe hat. Fassmer produziert unter anderem Forschungs- und Arbeitsschiffe, Offshore Patrol Boote und Fähren, verteilt auf Produktionsstätten in mehreren Ländern sowie über 2.000 Mitarbeiter. Diese Partnerschaft ist ein Zeichen dafür, dass deutsche Werften international hoch im Kurs stehen und mit innovativen Lösungen auf globalen Märkten agieren.
Für die Werft in Lemwerder, aber auch für das gesamte deutsche maritime Gewerbe, ist dieses Projekt ein Lichtblick, der zeigt, dass auch unter den gegenwärtigen Herausforderungen im internationalen Handel neue Aufträge akquiriert werden können. Da liegt was an – und das nicht nur in der Region. Der Blick auf die Weltmeere wird immer bedeutender!