In Niedersachsen wird in den kommenden Jahren kräftig investiert: Bis 2029 erhält das Bundesland knapp 377 Millionen Euro für den Ausbau von Kindertagesstätten (Kitas) sowie die Sanierung von Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen. Diese Mittel stammen aus einem bundesweiten Topf von 4 Milliarden Euro, der aus einem 500 Milliarden Euro schweren Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz finanziert wird. Die Entscheidung über die Verteilung der Gelder obliegt dem Land, und soll bis Ende März getroffen werden.
Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) hat die Mittelverteilung bereits festgelegt. GWK-Vorsitzende und Bundesforschungsministerin Dorothee Bär betont die Dringlichkeit von Investitionen, um spürbare Impulse in Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen zu schaffen. Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs wertet das Investitionssofortprogramm als entscheidenden Schritt zur Reduzierung des Sanierungsstaus und hebt hervor, dass auch Aspekte wie Energieeffizienz, Klimaneutralität, Digitalisierung sowie moderne Lehr- und Forschungsbedingungen im Fokus stehen müssen. Mehr als 94 Millionen Euro werden Niedersachsen jährlich von 2026 bis 2029 zur Verfügung stehen, um diese Ziele zu erreichen (Quelle).
Investitionen in die frühkindliche Bildung
Doch nicht nur im Hochschulsektor wird investiert: Der Bund unterstützt die Länder auch beim Ausbau der Angebote in der Kindertagesbetreuung. Ziel ist es, allen Kindern gute Bildungs- und Teilhabechancen zu eröffnen und Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. Die Kindertagesbetreuung spielt eine zentrale Rolle für die Chancengleichheit und legt einen wichtigen Grundstein für den späteren Bildungs- und Berufsweg der Kinder.
Die Verantwortung für die Finanzierung der Kindertagesbetreuung liegt jedoch bei den Ländern und Kommunen. Seit 2008 wurden insgesamt fünf Investitionsprogramme mit einem Gesamtvolumen von 5,4 Milliarden Euro aufgelegt, die über 750.000 zusätzliche Plätze für Kinder bis zum Schuleintritt geschaffen haben. Aktuell fließen im 5. Investitionsprogramm eine Milliarde Euro in den Ausbau von 90.000 Betreuungsplätzen. Diese Mittel stammen teilweise aus dem Konjunkturpaket zur Bewältigung der Corona-Pandemie und werden teilweise durch die EU – NextGenerationEU unterstützt. Das Programm läuft bis Ende Juni 2024 (Quelle).
Ein Blick auf die Zukunft
Die Betreuungsquote der unter Dreijährigen ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Von 17,6 % im Jahr 2008 kletterte sie auf beeindruckende 36,4 % im Jahr 2023. Dennoch gibt es regionale Unterschiede im Ausbau. In einigen ostdeutschen Flächenländern sind die Kinderzahlen rückläufig, während in westdeutschen Bundesländern ein hoher Ausbaubedarf besteht. Die Bereiche Platzausbau, Qualitätsentwicklung und Fachkräftesicherung sind eng miteinander verknüpft. Um die Qualität in den Kitas zu erhöhen, unterstützt der Bund die Länder mit dem KiTa-Qualitätsgesetz und der Gesamtstrategie „Fachkräfte in Kitas und Ganztag“. Bis Ende 2027 stehen hierfür 3,5 Milliarden Euro zur Verfügung (Quelle).
Mit diesen Maßnahmen wird der Grundstein für eine zukunftsfähige Bildungslandschaft gelegt, die sowohl den Bedürfnissen der Kinder als auch den Anforderungen der modernen Arbeitswelt gerecht wird. Die Investitionen sind nicht nur ein finanzieller Schritt, sondern auch ein klares Signal für die Bedeutung der frühen Bildung in Deutschland. Weitere Informationen finden Sie in einem umfassenden Artikel über die Mittelverteilung und deren Auswirkungen auf die Bildungseinrichtungen in Deutschland (Quelle).