In einem unangenehmen Turnierverlauf hat Alexander Zverev erneut gegen Jannik Sinner das Nachsehen gehabt. Bei den ATP Masters in Paris musste er sich im Halbfinale mit 0:6, 1:6 geschlagen geben, was das zweite Duell zwischen den beiden in nur einer Woche markiert. Das Match, das weniger als eine Stunde dauerte, lässt den Sportler aus Hamburg, der im Tennis-Zirkus als einer der talentiertesten Akteure gilt, unter einem schlechten Stern dastehen. Immerhin zeigte Zverev zuvor beim Finale in Wien eine stärkere Leistung, auch wenn er dort nach einem packenden Kampf in drei Sätzen unterlag. Nun trifft Sinner im Finale auf Felix Auger-Aliassime, was das Turnier umso spannender macht.

Der Start ins Match war für Zverev katastrophal: Er verlor seine ersten drei Aufschlagspiele und musste den ersten Satz nach nur 30 Minuten abgeben. Die Erschöpfung war ihm deutlich anzumerken. Nach einem kräftezehrenden Halbfinale gegen Daniil Medwedew war der 28-Jährige spät ins Bett gekommen und konnte seine gewohnte Leistung nicht abrufen. Viele einfache Vorhandfehler und Probleme mit der Beinarbeit trugen zur deutlichen Niederlage bei.

Gesundheitliche Herausforderungen

Die gesundheitlichen Probleme, mit denen Zverev die gesamte Saison zu kämpfen hatte, sind nicht zu übersehen. Immer wieder plagten ihn Rückenprobleme, Schulter- und Zehenschmerzen, die sich offenbar auch auf seine Leistung auswirkten. Im Spiel gegen Sinner musste sogar ein Arzt auf den Platz gerufen werden, als Zverev über einen geschwollenen Knöchel klagte und um Schmerzmittel bat. Positiv ist jedoch, dass er zuletzt bei den Australian Open schmerzfrei spielen konnte.

Trotz seiner jüngsten enttäuschenden Auftritte bei den US Open und in Asien zeigt seine Formkurve insgesamt wieder nach oben. Zverev hat nun wichtige Turniere vor der Brust. Ab dem 8. November stehen die ATP Finals in Turin auf dem Programm, gefolgt vom Davis Cup Ende November in Bologna. Es bleibt abzuwarten, ob er bis dahin wieder zu alter Stärke zurückfindet.

Ein Blick auf Zverevs Karriere

Der Weg von Alexander Zverev war lang und steinig, beginnend im Jahr 2011, als er mit 14 Jahren begann, an ATP-Qualifikationsturnieren teilzunehmen. Über die Jahre hat er beeindruckende Erfolge erzielt, darunter Olympic Gold im Tennis 2021 und mehrere Masters-Titel. Trotz der Herausforderungen, die ihm Verletzungen im Weg stellten – wie etwa seine schwere Ankleinjury bei den French Open 2022 – konnte er sich immer wieder zurückkämpfen und hat nun 24 Titel in seiner Karriere gewonnen, darunter auch den Sieg bei den Bavarian Open, die er an seinem Geburtstag feiern konnte, und ganz frisch seine 500. Karrieregewinne erreichen.

Der Weg ist steinig, doch Zverev hat das Zeug dazu, ins Rampenlicht zurückzukehren und sich gegen die aktuellen Topspieler wie Sinner durchzusetzen. Seine nächste Chance bietet sich schon bald, und wir drücken die Daumen, dass er sich sowohl körperlich als auch spielerisch wieder auf das nächste Level hochschrauben kann.