In den letzten Jahren hat sich die Erdgasversorgung in Deutschland drastisch verändert. Bis vor wenigen Jahren war Russland der Hauptlieferant, doch die geopolitischen Spannungen und die Beendigung der Pipeline-Lieferungen im Jahr 2022 haben die Seascapes grundlegend umgekrempelt. Norwegen hat sich nun als der wichtigste Partner für Deutschland etabliert, was zahlreiche Auswirkungen auf Haushalte und die Wirtschaft hat. So importierte Deutschland im Jahr 2024 rund 865 Terawattstunden (TWh) Erdgas, wovon 48% aus Norwegen, 25% aus den Niederlanden und 18% aus Belgien kamen, während Flüssigerdgas (LNG) 8% der Gesamtimporte ausmachte und sich somit auch als ein wichtiger Faktor erwies. Futurezone berichtet, dass …
Im Jahr 2024 stieg der Gasverbrauch in Deutschland leicht auf 844 TWh, was einem Plus von 3,5 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dies liegt jedoch 14 % unter dem Durchschnitt der Jahre 2018 bis 2021. Besonders Haushalte und kleinere Gewerbebetriebe haben ihren Gasbedarf um 17 % gesenkt, während die Industrie um 12 % weniger benötigte. Ein Hauptgrund könnte die mildere Witterung im Jahr 2024 gewesen sein, die im Durchschnitt 0,9 °C über den Normalwerten lag.
Neue Partner und alte Herausforderungen
Die Veränderungen sind nicht nur auf den Wegfall von russischem Gas zurückzuführen, sondern auch auf eine breite Diversifizierung der Import-Infrastruktur. Neue Terminals und Floating-LNG-Anlagen wurden seit 2022 in Betrieb genommen, sodass Deutschland die Versorgungssicherheit erhöhen konnte. Dabei spielt Flüssigerdgas, das flexibel und kurzfristig auf dem Weltmarkt beschaffbar ist, eine zunehmend zentrale Rolle. Tatsächlich stammten im Juni 2025 bereits 13 % der täglichen Gasimporte aus LNG, wobei die USA sich zu einem wichtigen Partner entwickelt haben.
Die Preise für Gasimporte blieben im ersten Halbjahr 2025 mit Werten zwischen 36 und 52 Euro pro Megawattstunde (€/MWh) deutlich unter den Spitzenwerten aus dem Vorjahr, die über 200 €/MWh lagen. Dennoch gibt es Bedenken. Haushalte sind anfällig für globale Preisschwankungen, insbesondere bei kalten Wintern oder einer hohen Nachfrage in Asien. Im Frühjahr 2025 lagen die europäischen Gasspeicher rund 25 Milliarden Kubikmeter unter dem Vorjahreswert, was die Unsicherheit zusätzlich verstärkt.
Staatliche Maßnahmen und Zukunftsausblick
Ein zentraler Aspekt für die Stabilität der Gasversorgung und die Preisgestaltung für Haushalte sind staatliche Maßnahmen und die Füllstände der Gasspeicher. Im Juli 2024 standen diese bei 85 % und am 1. November 2025 sogar bei 98 %. Die Internationale Energieagentur (IEA) erwartet darüber hinaus, dass die LNG-Importe in Europa im Jahr 2025 um rund 25 % zulegen werden, was ein positives Signal für die Gasversorgung darstellt.
Insgesamt zeigt sich, dass Deutschland die Herausforderung der Energieversorgung seit 2022 mit neuer Strategie meistern konnte. Dennoch bleibt abzuwarten, wie sich die globale Marktentwicklung und die Wetterbedingungen auf die Haushalte auswirken werden. Ein gutes Händchen wird gefordert, damit die Versorgung auch in den kommenden Jahren stabil bleibt. Weitere Informationen finden Sie auf Hostingspeed.