Am Sonntag, den 8. März, lädt das Frauenforum Wilhelmshaven zu einem besonderen Frauenfrühstück im Familienzentrum Nord ein. Seit 2019 setzt sich das Frauenforum aktiv für die Rechte von Frauen ein und möchte an diesem Tag auf die anhaltenden Herausforderungen aufmerksam machen, mit denen Frauen in ihrem Alltag konfrontiert sind. Der Internationale Frauentag, der seit 1911 besteht, dient dazu, auf die Themen Gleichstellung und Frauenrechte hinzuweisen. Die Organisatorinnen Silvia Sedelmayr und Susanne Poel betonen, dass trotz Fortschritten in vielen Bereichen nach wie vor Diskriminierungen bestehen, die es zu bekämpfen gilt. Das Frühstück beginnt um 10 Uhr und richtet sich an Frauen jeden Alters und Herkunft – Kinder sind willkommen.
Das Ziel dieses geselligen Austauschs ist es, nicht nur über die Herausforderungen zu sprechen, sondern auch ein neues Wohnprojekt vorzustellen. Die Organisatorinnen stellen den Großteil des Frühstücks zur Verfügung, während Kleinigkeiten wie Aufstriche gerne mitgebracht werden dürfen. Zudem sind Spenden für das Wilhelmshavener Frauenhaus willkommen, um Frauen in schwierigen Situationen zu unterstützen. Poel und Sedelmayr thematisieren auch die Ungleichbehandlung von Frauen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und richten einen besonderen Appell an junge Frauen, da sie Rückschritte in den Frauenrechten beobachten. Soziale Medien wie TikTok werden als problematisch angesehen, da sie oft konservative Rollenbilder propagieren. Weitere Informationen sind auf der Website des Frauenforums verfügbar hier.
Der Internationale Frauentag: Ein historischer Rückblick
Der Internationale Frauentag hat eine bewegte Geschichte, die bis ins Jahr 1909 zurückreicht, als er in den USA eingeführt wurde, um für Frauenrechte zu kämpfen. 1975 wurde der 8. März von den Vereinten Nationen offiziell als Internationaler Frauentag anerkannt. Seither steht der Tag im Zeichen der Bekämpfung von Gewalt, Diskriminierung und Ausbeutung sowie der Förderung der Geschlechtergleichstellung. Für den Internationalen Frauentag 2025 lautet das Motto: „Für ALLE Frauen und Mädchen: Rechte, Gleichwertigkeit und Empowerment“ hier.
In den letzten Jahren gab es zwar einige positive Entwicklungen, wie etwa 56 Rechtsreformen weltweit im Bereich Geschlechtergerechtigkeit zwischen 2019 und 2023. Dennoch bleibt der Fortschritt in vielen Regionen der Welt fragil und ungleichmäßig. Frauen und Mädchen sind nach wie vor überproportional von Armut, Hunger und Gewalt betroffen. In Deutschland wird jede dritte Frau mindestens einmal Opfer physischer oder sexualisierter Gewalt, und 2023 wurden über 167.000 Fälle von Partnerschaftsgewalt angezeigt hier.
Die Situation in Deutschland und die aktuellen Herausforderungen
In Deutschland ist der Gender Pay Gap nach wie vor ein brisantes Thema. Der Verdienstabstand sank zwar von 18% (2022) auf 16% (2023), dennoch bleibt die Gleichstellung in vielen Bereichen eine Herausforderung. Der Frauenanteil in Führungspositionen liegt bei nur 19%, und in der Wissenschaft sind Frauen mit 29% der Professuren ebenfalls unterrepräsentiert hier. Auch die rechtliche Gleichheit im Bereich Ehe und Scheidung ist in vielen Ländern noch nicht gewährleistet.
Der Internationale Frauentag, der seit über 100 Jahren am 8. März gefeiert wird, erinnert uns an die Errungenschaften, die bisher erzielt wurden, aber auch an die Herausforderungen, die noch vor uns liegen. Initiativen wie das Frauenfrühstück in Wilhelmshaven sind ein wichtiger Schritt, um auf die Rechte von Frauen aufmerksam zu machen und den Dialog zu fördern. Die Geschichte zeigt uns, dass der Kampf um Gleichberechtigung weiterhin notwendig ist, um eine gerechte und gleichwertige Gesellschaft für alle zu schaffen hier.