In Deutschland sind die aktuellen Füllstände der Gasspeicher ein heißes Thema. Am 12. Januar 2026 lag der Füllstand bei nur 45 Prozent, was 24 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2021 entspricht. Diese Situation ist eine direkte Folge des kälteren Winters sowie eines hohen Gasverbrauchs, insbesondere in der Industrie, wie NDR berichtet.

Die Gesamtkapazität der deutschen Gasspeicher beläuft sich auf etwa 250 Terawattstunden. Um das Ausmaß des Verbrauchs zu verdeutlichen: Im Jahr 2024 werden schätzungsweise fast 850 Terawattstunden Gas benötigt, wobei der Verbrauch im Winter besonders hoch ist. In der Woche vom 22. bis 28. Dezember 2025 lag der Gasverbrauch bei 26 Terawattstunden, was 11,9 Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2018 bis 2021 ist.

Wichtige Rolle der Gasspeicher

Die Gasspeicher in Deutschland sind nicht nur für die Versorgungssicherheit von entscheidender Bedeutung, sondern auch für die Preisstabilität. Sie gleichen Verbrauchsschwankungen aus und entlasten die Gasnetze, insbesondere in der frostigen Jahreszeit. An kalten Wintertagen decken Gasspeicher bis zu 60 Prozent des Gasverbrauchs ab, was zeigt, dass diese Einrichtungen eine artifizielle Pufferfunktion übernehmen. Gasspeicher haben darüber hinaus auch drei wichtige Wertschöpfungsebenen: den Handelswert, den Systemwert und den Versicherungswert, wie energien-speichern.de erklärt.

Doch was passiert, wenn die Speicher nicht ausreichend gefüllt sind? Experten sehen die Notwendigkeit, dass der Bund über Maßnahmen nachdenkt, um den Mindest-Gasbedarf abzusichern. Die Wirtschaftswoche berichtet, dass EWE-Chef Stefan Döhler die Einführung einer nationalen Gasreserve vorschlägt, um künftige Engpässe besser zu bewältigen. Möglicherweise könnte Deutschland auch Modelle aus anderen EU-Staaten übernehmen.

Marktentwicklungen und Herausforderungen

Die aktuelle Marktsituation ist allerdings angespannt. Uniper, der größte Gasimporteur und Speicherbetreiber in Deutschland, hat bekannt gegeben, den Gasspeicher Breitbrunn in Bayern stillzulegen, was als alarmierendes Signal für die Branche gewertet wird. Die Diskussion über geeignete Marktinstrumente zur Sicherstellung der Gasversorgung hat an Dringlichkeit zugenommen. In diesem Zusammenhang sind sowohl Krisen als auch kältere Winter in der Zukunft eine reale Möglichkeit, die nicht ignoriert werden kann.

Die Abhängigkeit von Gasimporten ist groß, denn Deutschland kann nur rund 10 Prozent seines Gasbedarfs durch eigene Förderungen decken. Die Hauptlieferanten sind Norwegen und die Niederlande, während LNG-Terminals weniger als 10 Prozent des Erdgases nach Deutschland liefern. Die Herausforderung bleibt also, wie Deutschland seine Gasversorgung langfristig sichern kann, insbesondere in Zeiten kalter Winter und hoher Nachfrage.