Die Blauzungenkrankheit hält die Tierhalter in Nordrhein-Westfalen in Atem. Aktuelle Berichte zeigen, dass vor allem der Süden des Bundeslandes von den Auswirkungen dieser tierseuchenartig verlaufenden Erkrankung betroffen ist. [WDR] berichtet von einem Fall, der die Situation seit dem späten Jahr 2025 wieder ins Rampenlicht rückt. In diesem Fall wurde ein Kalb wahrscheinlich im Mutterleib infiziert, was einmal mehr die Aufmerksamkeit auf die Gefahren dieser Krankheit lenkt.

Die Blauzungenkrankheit wird durch blutsaugende Mücken, vor allem der Gattung „Culicoides“, auch bekannt als Gnitzen, übertragen. Diese kleinen Insekten sind in der warmen Jahreszeit besonders aktiv und können sich rasch vermehren. Glücklicherweise sind die Übertragung durch Mücken aktuell nicht gefährlich, da das Übertragungsrisiko ausgeschlossen werden kann. Laut einem Sprecher von der Städteregion Aachen sind die Mücken derzeit nicht unterwegs. Dennoch können erkrankte Tiere an der Blauzungenkrankheit sterben, was ein großes Risiko für die Tierhaltung darstellt.

Aktuelle Ausbrüche und Auswirkungen

In den letzten Monaten wurde ein deutlicher Anstieg von Blauzungenkrankheit-Fällen in mehreren Bundesländern festgestellt. Seit Oktober 2025 sind Ausbrüche vom Serotyp 8 (BTV-8) in Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Nordrhein-Westfalen dokumentiert worden, und alle betroffenen Bundesländer sind mit 150 km-Sperrzonen belegt, die die Verbringung empfänglicher Tiere eingrenzen. [Niedersachsen] hebt hervor, dass der erste Ausbruch von Serotyp 3 (BTV-3) am 12. Oktober 2023 bei Mardern in Nordrhein-Westfalen festgestellt wurde, gefolgt von einem weiteren Ausbruch in Niedersachsen. Alle Bundesländer haben infolgedessen den Status „seuchenfrei“ verloren.

Neben den schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen für die Tiere verursacht die Seuche auch wirtschaftliche Schäden für die Tierhalter. Die Symptome sind vielfältig und reichen von Hautveränderungen im Maulbereich, Rückgang der Milchleistung bis hin zu einem allgemeinen Rückgang des Wohlbefindens der Tiere. In schweren Fällen können Tiere an der Krankheit verenden. Die Notwendigkeit zur Impfung wird von den Behörden stark betont. Derzeit sind jedoch weder zugelassene Impfstoffe gegen BTV-3 in Europa verfügbar, noch sind einige der bereits genehmigten Impfstoffe für den Einsatz in Deutschland spielbereit.

Impfstrategien und Prävention

Um die Verbreitung der Blauzungenkrankheit zu bekämpfen, wird eine vorbeugende Impfung angestrebt. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat Eilverordnungen erlassen, die unter außergewöhnlichen Umständen die Verwendung von drei Impfstoffen gestatten. Tierhalter sind aufgefordert, besondere Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, wenn es um die Verbringung von Tieren geht. Dies umfasst unter anderem die Einhaltung tiergesundheitlicher Bedingungen beim Transport von Tieren in andere EU-Mitgliedstaaten und Drittländer. [BMEL] berichtet, dass trotz der Herausforderungen mehr Untersuchungsmaßnahmen zur Aufdeckung und Vermeidung von Seuchen ergriffen werden müssen.

Die Blauzungenkrankheit, obwohl für Menschen harmlos, sorgt für Aufregung unter Landwirten und Viehhaltern. Es gilt, die Übertragung durch geeignete Maßnahmen zu minimieren und ein wachsames Auge auf die Gesundheit der Tiere zu haben. Diese Krise zeigt, wie eng beeinander Unwetter, Insektenschutz und Tiergesundheit stehen und unterstreicht die Notwendigkeit, angemessen zu reagieren, um die betroffenen Tiere und ihre Halter bestmöglich zu schützen.