In der Region Aachen hat sich die Initiative „Region Aachen rettet“ als ein bemerkenswertes Erfolgsmodell etabliert. Seit ihrer Gründung hat sie über 6400 Notfällen schnelle Hilfe geleistet. Die Initiative, die vom Kreis Heinsberg, der Stadt Aachen, der Städteregion Aachen sowie den Kreisen Düren und Euskirchen unterstützt wird, verfolgt ein einfaches, aber effektives Prinzip: Qualifizierte Ersthelfer in der Nähe werden bei Notrufen alarmiert, um schneller bei Patienten zu sein und erste Hilfe zu leisten, noch bevor die regulären Rettungskräfte eintreffen. Mit über 9900 registrierten Ersthelfern hat sich die Zahl in den letzten vier Jahren mehr als verdoppelt. Das Ziel des Systems ist es, die Zeit bis zu lebensrettenden Maßnahmen zu verkürzen und die Erstversorgung im Notfall kontinuierlich zu verbessern. Die Initiative hat den Region Aachen Zweckverband beauftragt, ein europaweites Vergabeverfahren für das Ersthelferalarmierungssystem durchzuführen. Weitere Informationen über die Initiative und die Möglichkeit zur Registrierung finden Interessierte unter regionaachenrettet.de.
Die „Region Aachen rettet“-App ergänzt den öffentlichen Rettungsdienst, ist aber nicht dessen integraler Bestandteil. Ihr Hauptziel ist es, die Ersthilfe zu fördern, bevor der Rettungsdienst eintrifft. Die Hilfeleistung erfolgt auf freiwilliger Basis, und es besteht kein Rechtsanspruch auf Unterstützung. Es ist wichtig zu betonen, dass die Tätigkeit als Ersthelferin ehrenamtlich ist und keine Vergütung erfolgt. Um teilzunehmen, ist eine medizinische Grundqualifikation nötig, die durch entsprechende Qualifikationsnachweise belegt werden muss. Diese Nachweise, die Pflege- und rettungsdienstliche Examen oder Sanitäter-Ausweise umfassen können, werden regelmäßig überprüft. Die Registrierung erfolgt über die App „Corhelper“, die im App-Store oder Google-Playstore erhältlich ist.
Alarmierung und Einsatz
Die Alarmierung von Ersthelferinnen erfolgt im vordefinierten Radius um den Notfallort. Sobald eine ausreichende Anzahl von Helfern den Einsatz annimmt, erlischt der Alarm. Es ist jedoch zu beachten, dass Ersthelferinnen nicht verpflichtet sind, jederzeit erreichbar zu sein, und die Ablehnung einer Alarmierung keine rechtlichen Konsequenzen hat. Im Einsatz müssen sie sicherstellen, dass sie keinen Zugang zum Patienten haben oder sich selbst in Gefahr bringen. Zudem sind sie gesetzlich unfallversichert durch die Unfallkasse NRW, was auch Sachschäden, die im Rahmen der Hilfeleistung entstehen, umfasst.
Die Notrufannahme erfolgt in der Leitstelle, wo die Informationen in ein Computersystem eingegeben werden. Während des Notrufgesprächs wird eine zweite Person alarmiert, um die erforderlichen Rettungskräfte zu verständigen. Professionelle Helfer wie Notfallsanitäter, Rettungssanitäter und Notärzte stehen bereit, um im Bedarfsfall eine schnelle und fachkundige Versorgung zu gewährleisten. In Deutschland leisten öffentliche Rettungsdienste jährlich über 8 Millionen Notfall-Einsätze, wobei die durchschnittliche Ankunftszeit eines Rettungsfahrzeugs etwa 7 Minuten beträgt. Die Initiative „Region Aachen rettet“ trägt dazu bei, diese wertvolle Zeit noch weiter zu verkürzen und das Leben von Menschen in Notfällen zu retten.
Für diejenigen, die sich als Ersthelferin engagieren möchten, ist es ratsam, sich rechtzeitig über die Voraussetzungen und die Registrierung zu informieren. Die Initiative ist ein fester Bestandteil der regionalen Rettungskette und bietet eine hervorragende Möglichkeit, aktiv zur Verbesserung der Notfallversorgung in der Region Aachen beizutragen. Jeder registrierte Helfer kann im entscheidenden Moment zur Lebensrettung beitragen und dabei eine wichtige Rolle in der Gemeinschaft spielen.






