In der Nacht zum Samstag, dem 15.11.2025, hat die Polizei in der Städteregion Aachen einen umfangreichen Schwerpunkteinsatz durchgeführt. Ziel war es, der Gewaltkriminalität, insbesondere der Messergewalt, einen Riegel vorzuschieben. Rund 50 Einsatzkräfte waren mobilisiert, darunter Polizei, Bundespolizei, Zoll sowie Ordnungsdienste von Stadt und Städteregion. Die Kontrollen fanden an kritischen Brennpunkten wie der Elsassstraße, Antoniusstraße und Pontstraße statt. Die Entscheidung für diese blitzartigen Einsätze fiel, um potenzielle Täter nicht zu warnen. WDR berichtet, dass die Zielorte aufgrund eines vermuteten erhöhten Risikos ausgewählt wurden.

Die Behörden zeigten sich während des Einsatzes gut aufgestellt. Nicole Kuhn vom Aachener Ordnungsamt betonte die Notwendigkeit einer intensiven Zusammenarbeit der verschiedenen Institutionen. Während der Kontrollen wurden Waffen, illegale Betäubungsmittel und mehrere Personen ohne Aufenthaltserlaubnis aufgegriffen. Zudem mussten einige Lokale geschlossen werden, da ihnen die erforderliche Betriebsgenehmigung fehlte. Trotz der eindrucksvollen Kontrolle blieb die Lage weitgehend ruhig, und es gab nur seltenen Widerstand.

Steigende Gewaltkriminalität im Fokus

Die Zunahme von Gewaltkriminalität, insbesondere von Messerangriffen, ist nicht nur ein Thema in Aachen. Laut der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik ist die Gewaltkriminalität in Deutschland 2024 um 1,5 % gestiegen und hat damit den höchsten Stand seit 2007 erreicht. Bei 217.277 Fällen fallen auch die neuen Daten zu Messerangriffen ins Gewicht, die erstmals erhoben wurden. Insgesamt gab es 29.014 Fälle, bei denen mehr als die Hälfte der Taten der Kategorie Gewaltkriminalität zuzuordnen sind. BKA berichtet von einem Anstieg tatverdächtiger Kinder um 11,3 % und Jugendlichen um 3,8 %. Dies zeigt, dass die Herausforderungen, vor denen die Gesellschaft steht, zunehmend komplexer werden.

Im Rahmen der Bemühungen, die Gewaltkriminalität einzudämmen, plant die Polizei in Aachen regelmäßige gemeinsame Kontrollen. Es wird ein verstärkter Kontrolldruck angestrebt, um potenzielle Täter abzuschrecken und die Sicherheitslage nachhaltig zu verbessern.

Gesamtzahlen und Trends

Ein Blick auf die gesamte Kriminalstatistik zeigt, dass im Jahr 2024 die Gesamtkriminalität in Deutschland um 1,7 % auf 5.837.445 registrierte Straftaten zurückgegangen ist. Diese Abnahme ist vor allem auf die Cannabis-Teillegalisierung zurückzuführen, die zu einem signifikanten Rückgang der Cannabis-Straftaten führte. Ohne diese Regelung wäre ein Anstieg der Straftaten im Vergleich zum Fünfjahreszeitraum zu verzeichnen gewesen.

Die Themen rund um Gewaltdelikte und Drogenkriminalität sind daher aktuelle Schwerpunkte, die auch die Kriminalitätsstatistiken beeinflussen. Der Kampf gegen diese Phänomene bleibt eine ständige Herausforderung für Polizei und Gesellschaft.

Ob die Maßnahmen in Aachen die gewünschten Ergebnisse liefern können, bleibt abzuwarten. Eins ist aber sicher: Der Austausch und die Zusammenarbeit der Behörden sind essenziell, um den Kriminalitätsdruck zu verringern und eines klarzustellen – die Sicherheit der Bürger steht an oberster Stelle.