Das Theater Aachen feiert in diesem Jahr ein ganz besonderes Jubiläum: 200 Jahre Theatergeschichte. Anlässlich dieses runden Geburtstags erwarten die Kölner und alle Theaterliebhaber gleich zwei spannende Ausstellungen, die die lange Geschichte und die kreative Entwicklung des Theaters ins rechte Licht rücken.
Die erste Ausstellung trägt den Titel **»Bravo! Bravissimo! 200 Jahre Theater Aachen«** und findet im Centre Charlemagne statt. Hier wird nicht nur die künstlerische Geschichte des Theaters dargestellt, sondern auch prägende Aufführungen und die ständigen Herausforderungen, denen sich das Theater im Laufe der Jahre stellen musste. Besonderes Augenmerk gilt der NS-Zeit sowie dem Wiederaufbau des Theaters nach den schweren Kriegsjahren. Historische Dokumente, Exponate und bewegende Video- und Audioaufnahmen nehmen die Besucher mit auf eine Zeitreise durch die Vergangenheit des Aachener Theaters. Die Ausstellung läuft bis heute, dem 13. April 2026, und ist ein Muss für jeden Geschichtsinteressierten. Laut Theater Aachen kann man hier tief in die bedeutenden Epochen eintauchen. Theater Aachen berichtet, dass die Ausstellung bereits am 6. September 2025 eröffnet wurde.
Kostümkunst als Blickfang
Die zweite Ausstellung, **»Auf die Spitze getrieben. Kostüme aus dem Theater Aachen«**, ist im Couven Museum zu finden und hebt die Kunstfertigkeit hervor, die in der Kostümbildnerei steckt. Sie zeigt den kreativen Prozess vom ersten Entwurf bis zur endgültigen Bühnengestalt. Handwerkliches Geschick, künstlerische Kniffe und die Geschichten hinter den Kostümen werden dabei anschaulich und vielfältig präsentiert. Diese Darstellung über die Kostümkunst kann ebenfalls bis zum 12. April 2026 besichtigt werden, und wer sich für die Entwicklung des Theaters interessiert, wird hier auf seine Kosten kommen. Theater Aachen ergänzt, dass die beiden Ausstellungen wunderbar miteinander harmonieren: Während die eine die Geschichte des Theaters erzählt, veranschaulicht die andere den kreativen Prozess, der die Bühnenwelt gestaltet.
Ein Rückblick auf dunkle Zeiten
Ein Blick in die Geschichte des Theaters von Aachen und anderen Orten zeigt, wie die Kunst während des Nationalsozialismus stark kontrolliert und beeinflusst wurde. So entließen die Nationalsozialisten 1933 zahlreiche jüdische und politisch unliebsame Künstler, die oftmals ins Exil gezwungen wurden. Wikipedia berichtet, dass in der Folge etwa 4.000 Bühnenkünstler ihre Heimat verließen. Das Repertoire der damaligen Theater war so gut wie ausschließlich klassisch. Werke von Autoren wie Schiller und Goethe erfreuten sich großer Beliebtheit, während Stücke von jüdischen Dramatikern praktisch nicht mehr aufgeführt werden durften.
Besonders drückend war die Atmosphäre in diesen Jahren, als Propagandaminister Goebbels die Reichstheaterkammer einrichtete und damit die Überwachung des Theaters durch das Regime installierte. Wikipedia führt weiter aus, dass Theater-Subventionen zwischen 1933 und 1941 erhöht wurden, was zu einem rasanten Anstieg der Anzahl von Theaterhäusern führte, die von 147 auf 248 wuchsen. Trotz der widrigen Umstände fanden auch einige Regisseure, wie Gustaf Gründgens, subtile Wege, das Regime zu kritisieren und die Zuschauer zu fesseln.
Die Ausstellungen im Theater Aachen bieten mit ihrem einmaligen Konzept nicht nur einen faszinierenden Einblick in die 200-jährige Geschichte, sondern auch einen kritischen Rückblick auf die Zeiten, in denen Kunst und Kultur massiv eingeschränkt waren. Ein Katalog zur Ausstellung ist ab sofort an der Theaterkasse erhältlich und eignet sich hervorragend für alle, die mehr über diese bedeutende Epoche erfahren möchten.