Am 13. März 2026 ist der Krieg in der Ukraine seit vier Jahren ein zentrales Thema in Deutschland. Die Auswirkungen sind auch in Nordrhein-Westfalen spürbar, besonders in Bielefeld, wo eine engagierte Gemeinschaft von Ukrainerinnen und Ukrainern in einer Lagerhalle am Stadtrand tätig ist. Unter der Leitung von Jeanne Kraus-But arbeiten sie an der Herstellung von Tarnnetzen. Diese werden an die Front geschickt, um den Soldaten in der Ukraine Schutz zu bieten. Die Herstellung ist von einem engen Gemeinschaftsgefühl geprägt; regelmäßig kommen die Mitglieder, die vielerorts vor dem Krieg geflohen sind, zusammen. Einige leben seit Jahrzehnten in Deutschland, die meisten sind seit 2022 hier.
In dieser Lagerhalle werden auch Kerzen aus geschmolzenem Wachs angefertigt, die eine wichtige Wärmequelle darstellen – besonders während der häufigen Stromausfälle, die durch russische Angriffe verursacht werden. Valentyna Romanowa, eine 73-jährige Ukrainerin, zeigt sich begeistert von den Gemeinschaftsaktivitäten. Sie beschreibt das Gefühl der Zusammenarbeit als familiär und flechtet sorgfältig grüne Stoffstreifen für ein Wald-Tarnnetz. „Es gibt hier ein tolles Miteinander“, betont Romanowa, die seit vier Jahren in Deutschland lebt und zuvor als Lehrerin in der Ukraine tätig war.
Gemeinsame Anstrengungen für die Ukraine
In Mecklenburg-Vorpommern, wo rund 28.800 ukrainische Flüchtlinge leben, wird ebenfalls fleißig an Tarnnetzen gearbeitet. Ehrenamtliche treffen sich im Zukunftsladen in Rostock, um Unterstützung für die Ukraine zu leisten. Einige von ihnen sind seit November 2025 aktiv, und mittlerweile sind 40 bis 50 Freiwillige beteiligt. Die Materialien für die Tarnnetze werden in der Ukraine selbst beschafft und dann in Rostock zu schützenden Netzen für Panzer und Stellungen verarbeitet. Diese Initiative erhält nicht nur Unterstützung von lokalen Spenden, sondern auch finanzielle Mittel von der Landesregierung, die seit 2024 jährlich 100.000 Euro für die Ukraine-Hilfe zur Verfügung stellt.
„Es liegt uns am Herzen, den Leuten hier zu helfen“, erklärt Mykhailo Isaiev, der Organisator des Projekts. Dabei wird nicht nur die Unterstützung für Soldaten großgeschrieben: Auch für ukrainische Jugendliche werden Ferienlager angeboten, um eine positive Ablenkung in dieser schweren Zeit zu schaffen.
Abschließend lässt sich sagen, dass die Solidarität und der Gemeinschaftsgeist, sowohl in Bielefeld als auch in Rostock, weiterhin stark ausgeprägt sind. Trotz der Herausforderungen bieten die verschiedenen Initiativen den geflüchteten Ukrainern Unterstützung und ein Stück Heimat in der Fremde, und das in Zeiten, die alles andere als einfach sind.






